Freitag, 17. Oktober 2014

Langzeitlieblinge (1): Your Arsenal von Morrissey

Ich weiß gar nicht mehr, wer mir die Kassette damals überspielte, 1992, als das Album frisch erschienen. Aber ich weiß, dass es das erste Album von Morrissey war, das mich wirklich faszinierte. Und dass ich die Kassette zwei Jahre lang auf Dauerrotation in meinem damaligen Walkman hatte. Klar mochte ich Viva Hate, und sogar Kill Uncle konnte ich was abgewinnen – vor allem dem Kalauer-Text von „Our Frank“. Aber an die Smiths reichte das alles natürlich nicht einmal halbwegs heran. 

Und dann kam Your Arsenal. Ich habe seit jeher eine Schwäche für tröstliche Botschaften, die zwischen Kurzwellen-Salat aufblitzen! Und hier blitzen sie gleißend hell, zwischen Heiner Müller und der Verantwortung der junegn Leute für die Welt hindurch. Und so entsteht ein unerhört magisches Leuchten, das zwischen trostlosen Fußball-Hooligan-Gesängen hervorscheint oder zwischen bitteren National-Front-Disco-Studien. Für Titel wie „Seasick, Yet Still Docked“ hätte ich Morrissey damals sofort den Literaturnobelpreis verliehen. 

Darüber hinaus transportiert dieses Album eine wunderbare Stimmung, die sich einerseits durch die neue Band bzw. den neuen Songwriter Alain Whyte entfaltet, vor allem aber durch die wunderbare Produktion von Mick Ronson, der dieses Album erst zu dem macht, was es ist: eine schwarzweiße Sinfonie über einen Westen, der am Ende ist und dies damals nur kaschieren kann durch seinen spektakulären Sieg über den Osten. 

Es ist ein Album über Menschen, die sich in ihrer Einsamkeit einlullen lassen durch vage Zukunfts- und Heilsversprechen und in deren Leben wahre Liebe nur als Lüge vorkommt, worüber man sich aber natürlich vollkommen bewusst ist. Ein Album also über den Menschen in der Postmoderne. So gut, wie auf Your Arsenal war Morrissey später nie wieder, trotz Alain Whyte und seiner neuen Band, die ja noch fast zwanzig Jahre lang blieben. Mick Ronson starb 1993 an Krebs, und alle Produzenten, die danach kamen, konnten nur einen Bruchteil dessen hervorzaubern, was er damals aus diesem Album gemacht hat, das auch heute noch nichts von seiner damaligen Brillanz verloren hat. 

Morrisseys bestes Soloalbum

Und hier noch eine kleine Hommage an den Sänger:

Freitag, 3. Oktober 2014

Dichterlesung II: Nachtstadt: Eine Skizze in sieben Gesängen

 
Nachtstadt: Eine Skizze in sieben Gesängen

Nachdem ich im letzten Monat "Abgesang der Lerche" aus dem Erzählungsband Nachtstadt vorgelesen habe, bin ich heute Nacht zwischen Mitternacht und zwei Uhr die zweite Erzählung aus dem Band auf den Pelz gerückt: "Nachtstadt". 

Genau, daher stammt der Titel des wohlfeilen Erzählungsbandes, den man hier bestellen kann. Bei "Nachstadt" handelt es sich um eine mit vielen Zitaten aus der Literatur gespicktes Liebeslied auf großstädtische Sommernächte. Der Weg unterschiedlicher Charaktere durch die Nacht wird verfolgt. 

Schwer zu lesen, wie ich heute Nacht festgestellt habe. Dabei sollte ich eigentlich schon Übung haben. 2008 habe ich den Text schon einmal in ein Mikrofon gesprochen.
Die Erzählung ist unterteilt in einen Prolog und sieben einzelne Gesänge, also in acht Portionen. Un das ist gut so, denn der gesamte Text ist zu lang für Tumblr. Deshalb gibt es die einzelnen Teile hier nacheinander:

Dienstag, 30. September 2014

In de kentering der tijden

Es hat etwas von "Aus der Welt sein", obwohl es nur einige hundert Kilometer von zu Hause weg ist. Urlaub im altehrwürdigen niederländischen Seebad. Dorthin nämlich zog es mich letzte Woche, nachdem auch die letzten Urlaubspläne zu zerrinnen drohten. Also flugs ein Hotel gebucht, die internationale Fahrkarte erstanden und ab. Da ich mit keinem Gefährt der Deutschen Bahn fahren musste, wurden alle Anschlüsse erreicht. So fuhr ich dann also durch niederländische Landschaften, nicht durch gemalte, sondern durch echte, bis ich nach etwa fünf Stunden in M. anlandete. Von dort aus dann den Bus zum Seebad.

Seestück


Man atmet hier freier, was auch mit der Seeluft zu tun hat.

Ich wohnte in einem Hotel, das seine besten Tage wohl schon hinter sich hatte. Für meine Zwecke aber war es perfekt. Ich packte mein leichtes Gepäck aus, schlenderte am Strand entlang, hörte den Wellen zu und ließ mir die dunklen Gedanken aus dem Hirn blasen. Dann schaute ich mir das alte und gleichsam alt vertraute Seebad an und freute mich.

Sie nächsten Tage hatte ich mir ein Aktivprogramm verordnet. So lief ich am 2. Tag meines Aufenthalts vor dem Hotelfrühstück fünf Kilometer am Strand entlang.Nach dem Frühstück ließ ich mich treiben, fuhr mit dem Bus, als gerade eine Bahn einfuhr, in die ich einstieg. Dann war da gerade diese Fähre ...

Leaving Flushing
Schließlich fand ich mich in Brügge wieder. Ich kannte diese Stadt aus meiner Kindheit. Damls war es ein etwas verschlafenes, spätmittelalterlich geprägtes Nest, wo Omas auf den Kopfsteinpflasterstraßen saßen und klöppelten. Heute ist es eine Touristadt mit Schokoladen-, Bier- und Nippesgeschäften, zudem mit all den Läden, die es überall auf der Welt gibt. Herausgeputzter. Immer noch schön, schöner vielleicht sogar, als damals. Immer noch geprägt vom latenten Wahnsinn. Aber irgendwie normaler. 

Brügge

Ein Lied kann eine Brügge sein

Über sieben Brüggen musst du gehn

Am Tag darauf dann wagte ich eine Radtour zu die Stätten meiner Kindheit. Die Strecke zurück in die Kindheit war auch ziemlich leicht zu bewerkstelligen. Dort aber fing es grimmiglich an zu regnen. Und bei der Rückfahrt ins Erwachsenenleben hatte ich kräftigen Gegenwind (Will mir das was sagen?). 

Als ich tags darauf, an meinem letzten Abend, wieder durch die Dünen laufen wollte, rächte sich das ungewohnt straffe Sportprogramm mit einem heftigen Ziehen in meiner linken Wade, die mich nach knapp zwei Kilometern zum Stehen brachte.

Selbstportrait mit Dünen

Der Rest des Urlaubs konzentierte sich dann mehr auf Fritiertses, langsame Strandgänge und dergleichen.

Und wie aus einem Traum aufgeschreckt, wachte ich plötzlich auf, und es war mein Abfahrtstag. Ich beglich die Rechnung im  David-Lynch-mäßigen Hotel, nahm meinen Felix-Koffer an die Hand und fuhr zurück, mit Zügen, die sich durch die Winde und den wieder einsetzenden Regen kämpfen.

Aber es war gut. mein Seelentotem, das Meer, wiederzusehen. Es war gut, den Kopf wenigstens ein bisschen frei gepustet zu bekommen. Hätten aber gerne noch zwei Wochen länger sein dürfen.

Let Me Take You to the Bridge

Ein Lied kann immer noch eine Brücke sein

Sie wendet sich ab

Mit Schaudern?

Mitnichten!

Sonntag, 14. September 2014

Herbstes Beginnen

Als ich neulich schnaufend die übliche Jogging-Runde absolvierte, spuckten mir die dort noch versammelten Kastanienbäume (seit Pfingsten ist es einer weniger) ihre sämtlichen Kastanien vor die Füße. In einer anderen Ecke des Waldes lagen Haselnüsse herum, ein Stück weiter dann zahllose Eicheln. Nicht ganz so rücksichtsvoll waren die Buchen, die es schafften, mir eine Salve Bucheckern ins Gesicht zu feuern und damit meine bis dahin durchaus mögliche Jahresbestleistung zunichte zu machen, obgleich ich nur Neffen habe. 

Mit anderen Worten: In der Natur materialisiert sich der Herbst, zurzeit noch von seiner besten Seite, nämlich der, die an den Sommer anschließt. Aber das dicke Ende wird kommen, da lässt sich nicht drum herum reden. Man ist ja immer versucht Rilke zu zitieren, wenn es um den beginnenden Herbst geht, aber in diesem Jahr soll es reichen, wenn ich ihn kurz einmal erwähne. Der Rest läuft dann sowieso in Ihren Köpfen ab. Denn so funktioniert das ja mit Literatur. Das ist wie Sex. Man muss nur etwas im Menschen antriggern, und der Rest läuft dann so. 
 
Aber ich komme vom Thema ab: dem Herbst. In diesem Herbst steht einiges auf der Agenda. Das fängt an bei „reich und berühmt werden“ und geht weiter mit „bleibende Werte schaffen“ und „unendlich viel Spaß haben“. Mal kucken, was davon ich als erstes angehen. 
Apropos kucken. Letztlich schrieb mir doch jemand, man schreiben kucken nicht so, wie ich es schriebe. Sondern natürlich mit g. Dem konnte ich aber natürlich lächelnd widersprechen. Denn auch im Duden wird kucken als norddeutsche Variante von „gucken“ akzeptiert. Und ich sage nun mal „kucken“ und nicht „gucken. (Hören Sie mal hier die Tonwiedergabe von „gucken“! Klingt echt nicht so, wie ich spreche.) Das soll natürlich nicht heißen, dass ich fortan oda grunsätzlich schreibe, wiech spreche: chbin ja nicht Aano Schmit. Aber bei k/gucken hat man ja nun die Wahl, und ich, verehrte Leserschaft, habe die Meine getroffen. Tun Sie nun das Ihre.

Under a spreading chestnut-tree The village smithy stands.

Samstag, 6. September 2014

Dichterlesung

Nachdem ich mich lange gefragt habe, wofür Tumblr wohl gut sein könnte, habe ich nun eine Antwort gefunden:

“Abgesang der Lerche”

Diese kurze Geschichte, gelesen vom Autor höchstselbst, erschien erstmals im November 1993 in der dritten Ausgabe der grandiosen Zeitschrift Connewitz. Wiederveröffentlicht in Nachtstadt, eiener Sammlung von Erzählungen, erlebt man hier stereoperspektivisch den Morgen danach.


Ländliche Landschaft



Samstag, 30. August 2014

Urlaub und dahinter

Die Tage werden nun schon wieder sichtlich kürzer, kalt und nass war es ja schon den ganzen August über. Und auch mein Urlaub geht jetzt seinem Ende entgegen. Schon lauert die Arbeit wieder aus allen Schubladen, dabei habe ich all das noch gar nicht geschafft, was ich in meinem Urlaub eigentlich machen wollte: Einen Videoclip fertig drehen, eine Kurzgeschichte zu Ende schreiben, ans Meer, ans Meer, ans Meer ... Immerhin war ich zweimal für einen halben Tag im Ausland: in der ersten Woche in Straßburg, in der zweiten Woche in Venlo. Was micht tröstet: Ende September gibt es noch einmal Urlaub. Vielleicht kommt da dann mehr Urlaubsgefühl auf. 

Das Straßburger Münster in nächtlicher Illumination (Ausschnitt)

Freitag, 22. August 2014

Jetzt auch Schminktipps


Herr Gedsudski gibt ab heute Schminktipps
Ach, wie gerne wäre ich ein guter Blogger, der jeden Tag spannende neue Posts schreiben könnte über tolle, aktuelle Dinge, vielleicht Schminktipps geben könnte oder so. Aber alas, das funktioniert seit 2005 schon nicht und wird auch bis 2023 nicht funktionieren. Was sind jedoch die Alternativen: Ein Befindlichkeitsblog alla "Wunden zeigen"? Ein Kulturblog? Ein Musikblog? Ein Literaturblog? Ein Tagebuchblog? Wie vor neun Jahren habe ich noch immer keine Ahnung, was genau hier entstehen soll. Und wie vor neuen Jahren ist dieses Stückchen Internet hier ein absoluter Kramladen, ein abgelegener Dachspeicher voller Ideen, Tipps, Statements, größtem Blödsinn und verbalisierten Hilflosigkeiten. Und natürlich Werbung für meine Popband und mein Buch.

Seit ich hier angefange habe zu schreiben, begleiten mich einerseits Begeisterung, andererseits Unbehagen, ein halbwegs öffentliches Tagebuch zu führen und zumindest theoretisch im Blick der Öffentlichkeit zu stehen. Dass diese Öffentlichkeit privater ist als manches Tagebuch in der Schublade, ist ein anderes Thema für einen anderen Eintrag.

Warum tut man sich das also an, ein Weblog zu schrieben, ab und zu etwas in die Tasten zu hauen, von dem man hofft, dass einige Freunde es lesen und mögen - und vielleicht zufällig der eine oder andere Fremde darüber stolpert?

Es ist vor allem so etwas wie eine Selbstvergewisserung, glaube ich. Ein Blog ist so etwas wie ein Klingelschild, auf dem ein paar Sachen stehen, die aber nur etwas symbolisieren - oder vielmehr jemanden symbolisieren. Denjenigen nämlich, dessen Name auf dem Klingelschild steht. 

Übrigens: Wenn man Leser haben möchte, sollte man einen englischsprachiges Blog schreiben. Ich habe das einmal ein halbes Jahr lang gemacht, und die Klickzahlen waren weit jenseits dessen, was dieser Blog jemals wird erreichen können.

Dieses Blog bleibt auf jeden Fall erst einmal wo es ist. Schließlich feiert es im Januar zehnjähriges Jubiläum. Und es bleibt so unaufgeräumt und inkonsequent, wie es war. Das immerhin bleibt als Konstante. 

Ach ja, die Schminktipps, die es jetzt vielleicht gibt, die sind natürlich ganz neu.

Ein dunkler Rot-Ton auf den Lippen
unterstreicht die Aura der Augenpartie!

Mittwoch, 13. August 2014

Erinnerung, sprich!

Es gibt genau zwei zuverlässige Arten sich zu erinnern: Anhand von Musik und anhand von Gerüchen. Alle anderen Erinnerungen sind Gaukeleien des Verstands, Umbiegungen des Intellekts, Anpassungen unserer Erklärungszwänge. Aber Musik und Gerüche sind die wirklichen Medien der Mnemosyne. Ischwör!

Jeder kennt das, dass ihn ein Geruch plötzlich entrückt in eine ferne Zeit. Meist, nicht immer, verbinden sich mit diese Gerüchen angenehme Erinnerungen, Gedanken an Orte und Menschen, von denen manche geblieben sind und manche sich verändert haben. Um mal die Beatles zu zitieren. Menschen verändern ihre Gerüche ja im Laufe der Zeit, aber es gibt ein paar Menschen, die riechen noch immer wie vor zwanzig Jahren, und das ist manchmal wunderschön.

Das zweite Hauptmedium Mnemosynes ist, wie gesagt, die Musik. Ich erinnere mich noch daran, als ich irgendwo neben dem Ofen unserer saß und mir "All You Need Is Love" anhörte. Ich war vierJahre alt, und meine Mutter, großer Beatles-Fan vor dem Herren,  putzte gerade ein Fenster, während ich mir die vier bärtigen Männer auf dem Cover anschuate. Und dazu erzählte meine Mutter die Geschichte, dass diese vier Männer sich gerade furchtbar streiten würden, und es wäre sehr unsicher, ob sie überhaupt noch einmal Musik machen würden. Mir war damals nicht klar, wie man sich streiten konnte, wenn man so schöne Musik machte, aber so sind die Menschen eben. 

Auch mit eigenen Stücken verbinden sich oft viele, oft ungeordnete Erinnerungen. "I Don't Know" gehörte zu de Stücken, die S. und ich geschrieben haben und die wir im Studio für unsere ersten Kassette ("More Than A Fine Finish ...") aufgenommen haben. 1985 war das. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Die Kassette verkaufte sich rasend, EMI wurde auf uns aufmerksam, wir bekamen unseren ersten Plattenvertrag und brachten in den 1980er Jahren ein Hitalbum nach dem nächsten auf den Markt. Leider stieg uns der frühe Ruhm zu Kopf. T., unser Schlagzeuger, sprengte eine Hoteltoilette nach der ... Na gut, es war ein bisschen anders. Wir verkauften, glaube ich, 25 oder 30 Exemplare unserer Kassette. Und T. sprengte keine Toiletten.

Aber den Song nachm ich etwa 20 Jahre später noch einmal mit The Laughing Man auf. Wie die erste Aufnahme von 1985, so ist auch diese zweite keine State-of-the-Art-Aufnahme der Studiokunst. Irgendwas knackt und knisterte bei der Aufname beständig, und was im Studio an Technik bereit stand, war sehr übersichtlich. Aber trotz dieser knisternden Version tauchen mit diesem Song die frühen 1980er Jahre wieder vor mir auf, und all die Dinge, mit denen wir zu tun hatten, mit der Liebe, dem Ausblick auf den Weltruhm, griechische Zigaretten und Anhalter-Fahrten nach London. 

Hier ist der Song in der neueren Version. Aber eure Erinnerungsträger sind natürlich ganz andere:


Dienstag, 5. August 2014

Brechen Sie, nehmen Sie Kitkat!

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden die Einrichtung Ihrer Wohnung bei - nehmen wir einfach mal an: - Ikea kaufen, weil die sie Sachen praktisch finden. Praktisch und preiswert. Stellen Sie sich weiter vor, Sie würden sich wohl fühlen in Ihrer Ikea-Einrichtung, und weil das so ist, würden Sie auch ihre nächste Wohnungseinrichtung bei Ikea kaufen. Schließlich wird Ihnen via Sonerangebot eine weitere Wohnungseinrichtung angedients, und da auch diese vielversprechend aussieht, kaufen Sie. Nachdem diese Einrichtung aber nun bei Ihnen zu Hause steht, klingeln eines Morgens zwei Ikea-Mitarbeiter und vernageln Ihre Schlafzimmertür. "Ins Schlafzimmer kanst du jetzt nicht mehr gehen", sagt man Ihnen. Und auf Ihre entgeisterte Frage, warum nicht, klärt man Sie auf: "Das ist viel zu unsicher. In Schlafzimmer wird häufiger mal eingebrochen, und deshalb solltest du da jetzt nicht mehr hinein!" Auf Ihre Anmerkung hin, dass Sie für diesen Raum schließlich Miete zahlen würden, außerdem ja auch irgendwo schlafen müssten, verrät man Ihnen, dass Sie vom Fenster aus ja in ihr Zimmer hineinschauen könnten. Und was das Übernachten anginge: Ikea hätte da eine tolle Hotelkette gekauft, in der würde man viel sicherer übernachten können, als im eigenen Schlafzimmer.

Das alles klingt absurd. Aber leider habe ich mir das nicht ausgedacht, sondern nur das auf Ikea übertragen, was Google mit seiner Android-Betriebsversion Kitkat wirklich macht. (Schon alleine der Name ist so unendlich blöd.) Und zwar in einer Art und Weise, die an Faschismus grenzt. Da wird die Herrschaft über mein eigenes Endgerät übernommen - und noch dazu unter fadenscheinigen Begründen der Sicherheit. Denn seit Android Kitkat haben Programme im Allgemeinen keinen Schreibzugang mehr auf die SD-Karte des Android-Gerätes, es sei denn, Google räumt sie ihnen ein. Das heißt: Musik per App (z.B. Dropbox auf die SD-Karte speichern, ist passé. Fotos bearbeiten, die auf der SD-Karte gespeichert werden: Leider unmöglich. Und das ist erst der Anfang. Bei einem Gerät, das, wie meins, nur 8 GB internen Speicher, aber eine 64 GB große SD-Karte hat, kommt das einer Enteignung gleich. 

Und dann mault Google großspurig: Die Zeit der festen Speicher sei ohnehin vorbei; schließlich gäbe es ja Clouds. Euch, liebe Google-Leute, kommen die Wolken wohl allmählich aus dem Allerwertesten. Wie heißt es schon bei Schiller. "Verbrecher aus verlorener Ehre".

Dienstag, 29. Juli 2014

Vermischtes # 5

Dieser Sommer ist absolut merkwürdig. So merkwürdig, dass er mich fast einen Monat lang außer Gefecht gesetzt hatte mit einem so fiesen Virus, dass es mir richtig lange intensiv schlecht ging. Nicht so schlecht, dass ich nicht arbeiten konnte. Aber schlecht genug für fast alles andere. Jetzt wird es allmählich besser, dafür wird das Wetter schlechter. 

Noch einmal Midnight Voice. Auch auf die Gefahr hin, dass ich damit den Einen oder die Andere bereits nerve. Es ist wirklich ein sehr schönes Album. Das beste Album,d as ich bislang gemacht habe. Ehrenwort!

Am Freitag mit S. bei Neil Young, bisher noch nie gesehen. Nachdem Paul McCartney, die Stones und einige andere alte Herren sich auf der Bühne zum Vollaffen gemacht haben, war Neil Young richtig gut. Richtig gut! Ein grandioses Konzert an einem wunderbaren Sommerabend im Sonnenuntergang. 


Montag, 14. Juli 2014

World Peace Is None Of Your Business

So, nachdem ich mir heute das neue Album von Morrissey angehört habe, weiß ich: Es ist mit Abstand nicht so gut wie das neue Laughing-Man-Album. 

Die Musik ist wieder hörbarer geworden, Melodiebögenwieder etwas besser erkennbar als auf den beiden Vorgängeralben. Die Band rumpelt wie immer, der neu eingestiegene Gustavo Manzur allerdings, seines Zeichens Multiinstrumentalist, bereichert die Musik um einige nicht ganz uninteressante Aspekte wie Posaune, Flamenco-Gitarre und Akordeon. Die Produktion ist etwas rockiger geworden, aber das geht in Ordnung.

Die Reichweite der Texte zwischen genialisch und geht so lassen sich schon mit einem Text abstecken: "Kick the Bride Down The Aisle" hat zum Beispiel diese wunderbare Textstelle:

"You're that stretch of the beach 
That the tide doesn't reach 
No meaning, no reason 
The lonely season."

Aber eben auch das:

"Kick the bride down the aisle 
Look at that cow in the field 
It knows more than your bride knows now."

Das ist zwar Rollenlyrik aus dem Mund einer betrogenen Geliebten oder eines betrogenen Geliebten, dessen oder deren Ex gerade vor dem Altar steht - die klassische Reifeprüfungs-Szene halt - aber das macht es nicht wirklich richtig gut. Auch Weltpolitik gerinnt in Morrisseys Texten manchmal zu Klischees. Das hört sich dann an wie in alten BAP-Texten, nur viel unreflektierter. 

Alles in allem aber kann man sich das Album durchaus anhören. Und wenn man sich dann noch steigern möchte: Hier!


Donnerstag, 3. Juli 2014

Der Sinn von Werbung b/w Morrissey

Ich bin erkältet, mein Nacken lässt sich seit heute Morgen nicht mehr richtig bewegen, meine Arme und Beine fühlen sich an wie Blei. Mit anderen Worten: Ich bin ziemlich kaputt. Zum Glück naht mit bereits hörbaren Schritten so etwas wie Urlaub und Entspannung. Ich muss hier raus. Ich muss an ein Meer. Ich brauche die Freiheit eines Geistes, der in den letzten Wochen zu sehr geknechtet worden ist. Ich muss mich mit ästhetischen, mit geistvollen Dingen beschäftigen. Das bin ich mir schuldig.
So, nun aber genug geheult. Apropos: Am 11. Juli erscheint übrigens das neue Morrissey-Album World Peace Is None of Your Business. Meins ist ja zum Glück schon erschienen:



Warum ich dafür so viel Werbung mache? Weil unser Album sehr, sehr gut ist. Und weil ihr alle es ruhig auch mal kaufen könntet. Oder halt herunterladen. Oder ihr wünscht es euch zum Geburtstag. Meinetwegen auch zu Weihnachten. Denn ich kann gar nicht oft genug wiederholen, wie schön das Album ist. Ein schönes Album mit schöner Musik und geistvollen Texten. Ein ästehtischer Hochgenuss, dem ihr euch ruhig hingeben solltet. Das seid ihr euch doch wert!

Montag, 16. Juni 2014

Das neue Laughing-Man-Album ist da



Wir haben sehr lange und sehr hart daran gearbeitet. Und sind auch ein kleines bisschen stolz. Jetzt ist es endlich da. Pünktlich zu Bloomsday kommt das neue Album von The Laughing Man: "Midnight Voice".

Und so kommt ihr dran:

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CD frei Haus bestellen 
 
Und natürlich auch bei Spotify