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Samstag, 2. Januar 2016

2016

Willkommen im neuen Jahr, und die besten Wünsche dazu! Vielleicht lässt sich das Eine oder Andere ja doch vorwärtsbewegen. Man sollte die Hoffnung nicht zu schnell aufgeben. Das Ideal ist ein unerreichbarer Zustand, den man unterdessen stets anstreben mus, um ihm näher zu kommen.

Oder, um es mit Paul McCartney zu sagen: "Coming Up!"

In diesem Sinne hoffe ich, dass wir unseren Idealen im neuen Jahr ein wenig näher kommen können.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Mittwoch, 13. August 2014

Erinnerung, sprich!

Es gibt genau zwei zuverlässige Arten sich zu erinnern: Anhand von Musik und anhand von Gerüchen. Alle anderen Erinnerungen sind Gaukeleien des Verstands, Umbiegungen des Intellekts, Anpassungen unserer Erklärungszwänge. Aber Musik und Gerüche sind die wirklichen Medien der Mnemosyne. Ischwör!

Jeder kennt das, dass ihn ein Geruch plötzlich entrückt in eine ferne Zeit. Meist, nicht immer, verbinden sich mit diese Gerüchen angenehme Erinnerungen, Gedanken an Orte und Menschen, von denen manche geblieben sind und manche sich verändert haben. Um mal die Beatles zu zitieren. Menschen verändern ihre Gerüche ja im Laufe der Zeit, aber es gibt ein paar Menschen, die riechen noch immer wie vor zwanzig Jahren, und das ist manchmal wunderschön.

Das zweite Hauptmedium Mnemosynes ist, wie gesagt, die Musik. Ich erinnere mich noch daran, als ich irgendwo neben dem Ofen unserer saß und mir "All You Need Is Love" anhörte. Ich war vierJahre alt, und meine Mutter, großer Beatles-Fan vor dem Herren,  putzte gerade ein Fenster, während ich mir die vier bärtigen Männer auf dem Cover anschuate. Und dazu erzählte meine Mutter die Geschichte, dass diese vier Männer sich gerade furchtbar streiten würden, und es wäre sehr unsicher, ob sie überhaupt noch einmal Musik machen würden. Mir war damals nicht klar, wie man sich streiten konnte, wenn man so schöne Musik machte, aber so sind die Menschen eben. 

Auch mit eigenen Stücken verbinden sich oft viele, oft ungeordnete Erinnerungen. "I Don't Know" gehörte zu de Stücken, die S. und ich geschrieben haben und die wir im Studio für unsere ersten Kassette ("More Than A Fine Finish ...") aufgenommen haben. 1985 war das. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Die Kassette verkaufte sich rasend, EMI wurde auf uns aufmerksam, wir bekamen unseren ersten Plattenvertrag und brachten in den 1980er Jahren ein Hitalbum nach dem nächsten auf den Markt. Leider stieg uns der frühe Ruhm zu Kopf. T., unser Schlagzeuger, sprengte eine Hoteltoilette nach der ... Na gut, es war ein bisschen anders. Wir verkauften, glaube ich, 25 oder 30 Exemplare unserer Kassette. Und T. sprengte keine Toiletten.

Aber den Song nachm ich etwa 20 Jahre später noch einmal mit The Laughing Man auf. Wie die erste Aufnahme von 1985, so ist auch diese zweite keine State-of-the-Art-Aufnahme der Studiokunst. Irgendwas knackt und knisterte bei der Aufname beständig, und was im Studio an Technik bereit stand, war sehr übersichtlich. Aber trotz dieser knisternden Version tauchen mit diesem Song die frühen 1980er Jahre wieder vor mir auf, und all die Dinge, mit denen wir zu tun hatten, mit der Liebe, dem Ausblick auf den Weltruhm, griechische Zigaretten und Anhalter-Fahrten nach London. 

Hier ist der Song in der neueren Version. Aber eure Erinnerungsträger sind natürlich ganz andere:


Sonntag, 25. August 2013

KW 34/2013

Hit the North - mit diesem alten Gassenhauer von The Fall auf den Lippen machte ich mich am Sonntag Morgen auf den Weg in die Freie und Hansestadt Hamburg zwischen dem und dem hier. Meine ganz persönliche Nordreise für dieses Jahr, die mich zuerst in nämliche Stadt führt bzw. manchmal auch vor die Tore der Stadt, die ja, im Gegensatz zu den Toren von Altona, geschlossen sind. Gleichwohl, es war sehr schön bei Vertrauten zu sein, und auch wenn der bleierne Hamburger (oder Holsteiner) Himmel alle Schleusentore öffnete, war es gut wieder einmal fern ab vom Schreibtisch zu sein. 

Auch der nächste Tag in Hamburg war nass - und gut. Im wahrscheinlich ältesten Tretboot, in dem ich je gesessen habe, durch ansonsten unzugängliche Gegenden zu fahren, das hat was. Und auch die Innenstadt hat natürlich ihre Reize, wenngleich Speicherstadt und Hafen City eher nicht dazu gehören. 

Dann war plötzlich überall Sonne - und wir auf der Straße nach Norden, um Theo Storm einen Besuch abzustatten. Und wo wir schon mal da waren, haben wir direkt noch einen Tag am Meer drangehängt, über endlos weit entfernte, dafür aber auch endlos breite Strände. 

Am nächsten Tag hieß es dann Koffer packen - und stehen lassen. Na ja, dank einer dezenten Erinnerung kam ich dann doch noch mit Koffer in die Hauptstadt von MeckPom. Zuerst hatte ich ein bisschen das Geführ, in so eine David-Lynch-Landschaft geraten zu sein, und meine Pension tat sicherlich ihr Übriges dazu. Etwas dunkel, etwas schräg, etwas aus der Zeit gefallen. Dann aber erwanderte ich mir die Stadt und klapperte die Straßenbahnlinien ab, die ich mit Fug und Recht als die mir vertrautesten Straßenbahnlinien der ganzen Welt bezeichnen kann. Gleichwohl, einiges hatte man seit den 1970ern, also seit ich letztmals hier war, doch umgebaut. Dennoch, die meisten Sachen waren da, wo ich sie in Erinnerung hatte. Und obwohl man natürlich einiges erneuert, renoviert und verschönert hatte - das Schloss ein bisschen auf Disney getrimmt uns so, den Schlossgarten barockisiert -, hat die Stadt doch letztendlich ihren spröden nasal-nordischen Charme behalten.

Mit müden Füßen aß ich Schnitzel, schrieb Postkarten und dachte an den Wackelpudding meiner Tante, den ich damals unendlich liebte. Ich dachte an die nächtlichen Traumbilder von Blaulicht, Sanitätern und Sauerstoffflaschen, die gar keine Traumbilder waren, an die Badeabende am Lankower See, Petersilienkartoffeln, die ich nicht so gerne mochte, und trank Lübzer Pils. 

Am nächsten Tag dann mit der Straßenbahn - womit sonst! - zum Zippendorfer Starnd, wo ich den Vormittag verbrachte. Den Nachmittag noch einmal Stadtwanderung und Petermännchen-Fähre auf dem Pfaffenteich. Und dann in vollen Zügen nach Hause. In Hamburg noch Zwischenstation für eine Pizza in St. Georg, dann heimwärts.