Montag, 29. Mai 2006

Wie kommt mein Bruder bloß immer an diese wahnsinnigen Erbschaften?

¡Tengo nueva dirección de correo electrónico!
Ahora podés escribirme a: simkerek28@yahoo.com.ar

DEAR FRIEND,


Iam Barrister Simon Kerekou,a Solicitor at Law.Iam the personal Attorney to (ENG Renthal Nameistderredaktionbekannt)a Nationality of your country,on the 21st of April 1999,My client was involved in a car accident.unfortunately he lost his life.


I have contacted you to assist in repatriating the money left behind by my client before they get confiscated or declared unserviceable by the bank where This huge deposit was lodged.


The bank where the deceased had an account valued at about 14.5 million dollars has issued me notice to provide the next of kin or have the account confiscated within the next twenty official working days.


Since I have been unsuccessful in locating the relatives,i now seek your Consent to present you as the next of kin of the deceased since you have the same last name so that the proceeds of this account valued at 14.5 million dollars can be paid to you,subsequently to be shared among us if you agree,we can discuss your percentage.I have all necessary legal documents that can be used to back up any claim we may make. All i require is your honest Cooperation to enable us seeing this deal through.


I guarantee that this deal will be executed under a legitimate Arrangement That will protect you from any breach of the Law.


Awaiting your response.


Best regards.


Reply me with my new email address: simon_kere@yahoo.com.mx


- simon kerekou

Samstag, 27. Mai 2006

Unter den Wolken

Unerhörtes Knacken in den Ohren. Und überall um mich herum. Missmutige Menschen schieben sich durch Mairegen. Ein schweres Grau hängt in den Augen der Gesichter. Messerstecher laufen durch die unangenehme Hauptstadt im tiefen Osten. Der Spargel ist viel zu teuer dieses Jahr. Nervöses Herumfuchteln mit den Händen. Für einen kurzen Moment der Wunsch nach einer Zigarette aus der goldenen Packung. Samstag Abend, Mai 2006.

Mittwoch, 24. Mai 2006

Die Venus von Oslo


Nachdem ich es schon ein paar Monate im Buchregal stehen hatte, habe ich meinen Urlaub unter anderem dazu genutzt, endlich einmal die Fortsetzung von Christensens grandiosem Roman Yesterday zu lesen. Zwar hatte ich ein komisches Gefühl dabei, unter der Sonne Italiens über gestrauchelte norwegische Studenten zu lesen, aber es fügte sich alles auf das Vortrefflichste: Ein kleiner Teil des Romans spielt in Italien. Gut so. Auch gut, dass wieder Christel Hildebrandt für das Eindeutschen zuständig war. Ohne sie wäre Christensen bestimmt nur halb so gut. (Da ich kein Norwegisch beherrsche, weder das eine noch das andere, ist das natürlich nur eine Hypothese. Aber eine, an die ich ganz fest glaube!)
Worum geht es nun in Waterloo? Geht es etwa um Abba? Um die Musik der 70er Jahre gar? Keineswegs! "Waterloo" taucht nur am Rande auf, als kleines Leitmotiv, das die Fürchterlichkeit der 70er Jahre in Ereinnerung ruft. Mehr nicht. Ansonsten geht es eben um das Personal aus Yesterday, das immer noch irgendwie versucht erwachsen zu werden. Jetzt sind die vier ausgedachten Jungs in ihren Zwanzigern, aber im Mittelpunkt der Erzählung steht wieder Kim Karlsen, der als Erzähler fungiert und im Genitalbereich ein Andenken aus Florenz mit sich herumträgt. Dort (in Florenz wohlgemerkt, und nicht im Genitalbereich!) war er für längere Zeit ansässig gewesen, doch nun kehrt er nach Oslo zurück, ein geschlagener Held, in der Fremde gescheitert. Nach und nach trifft er seine drei Freunde wieder. Es geht um Politik und Poesie, Malerei, um Oslo, den Norden und um Liebe.
Ist das Buch nun gut? Ich habe es gern gelesen, denn es ist von Christensen und somit schon mal per se wunderbar und witzig und traurig. Aber trotzdem kann ich mir kein eindeutiges "Ja" abring-ringen. Die Geschichte ist nett, aber plätschert vielfach auch vor sich hin und droht manchmal in Belanglosigkeiten zu versinken. Vieles, ws am Ende von Yesterday in der Schwebe geblieben war, wird auf eine Weise aufgelöst, die einen schalen Beigeschmack verursacht. Insgesamt handelt es sich um einen zweiten Teil, der nicht an den ersten herankommt. Überhaupt ist der Roman ein seltsames Zwitterwesen, das zwischen Yesterday auf der einen und Der Alleinunterhalter auf der anderen Seite steht, und dabei weder Fisch noch Fleisch ist.
Doch kaufens- und lesenswert bleibt Waterloo allemal. Nur die riesigen Erwartungen, die Yesterday geweckt hat, werden nicht erfüllt. Blöd halt, wenn die Messlatte so hoch liegt ...

Lars Saaby Christensen: Waterloo.München: btb 2005.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ungeachtet der Tatsache, dass die französischen Lettristen in der 50ern offenbar mehr Leute ausgeschlossen haben, als sie überhaupt Mitglieder hatten, bin ich davon überzeugt, dass man die Äußerungen jener, die trotzdem noch dabei waren, höchstens in alkoholisiertem Zustande nachzuvollziehen in der Lage ist. Gerade habe ich einen Selbstversuch mit mehreren Flaschen Bier gestartet, der mir das Buch (Potlatch, hgg. von Guy Debord, Berlin: Edition Tiamat, 2002), das ich seit April 2002 lese, plötzlich ungeheuer sympathisch gemacht hat. Es ermöglicht ein gesteigertes geistiges Umherschweifen Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass dfgsdoseor wmnve gtwigwrtg werwerehddf dfgsddsfg tzuzuipfghjklöä [unleserlich!].

Norwegisches Holz

Lars Saabye Christensen ist ja so etwas wie der Gott der norwegischen Sprache. Das hatte er bereits mit Yesterday bewiesen. Okay, Der Alleinunterhalter, den ich danach mit großen Erwartungen gelesen hatte, war nicht ganz so göttlich. Immer noch 1. Liga natürlich, aber ab und zu driftet dieser insomnische Roman um einen nordnorwegischen Sommer ins Alberne, Kalauerhafte, und die Handlung des Romans wirkt wie die Wand einer Fahrattraktion im Freizeitpark. Sie ist aus Kunststoff und riecht komisch und wenn man genau hinkuckt, dann sieht man die Stahlträger durch die Felsenimmitation durchscheinen. So war der Alleinunterhalter, und schon fürchtete ich, der norwegische Sprachgott hat sein Pulver bereits verschossen, aber dann las ich Der eifersüchtige Friseur (München: btb Goldmann, € 8,-), eine Sammlung von vier Erzählungen, auf die das Adjektiv "atemberaubend" nun mal wirklich passt. Atemberaubende Geschichten um einen Friseur, ein Mädchen, das Schwimmen lernt, einen Lehrer, der einen Koffer loswerden muss und einen Jungen, der seinem Vater an der Garderobe beisteht. Alltagsgeschichten mit alltäglichen Leuten von einer derart tiefen Poesie, dass es einen wirklich fast zum Weinen bringt. Aber davor rettet uns ja Lars Saabye Christensens Humor. Wer nicht weiß, was er gerade lesen soll, oder wer meint, er müsse nur irgendwas lesen: Martin Walser, Botho Strauß, Dieter Bohlen, Ulla Hahn usw. Einfach wegschmeißen und im nächsten Buchladen Der eifersüchtige Friseur kaufen! Und sich daran freuen, dass es den Gott der norwegischen Sprache gibt, und dass er mit Christel Hildebrandt in Deutschland eine Evangelistin hat, die ihn würdig übersetzt.

Wenn Lehrer schreiben

Der Mann mit dem nicht aussprechbaren Namen, Matthias (OK, das geht noch gerade so, aber jetzt:) Politycki ist ausgezogen,von der Welt des (Ex-)Akademikers aus das Leben zu entdecken und erschreiben. In seinem Weiberroman (rororo, etwa 10 EUR, hab nur ein Buch mit DM-Auszeichnung) zieht er ziemlich viele Register und gibt uns die faserigen Fragmente eines gescheiterten jungen Mannes, zu einem Roman historisch-kritisch zusammengelogen von seinem Freund seit Kindertagen (oder seinem Alter ego), nachdem er spurlos verschwunden ist. Auch der Freund verschwindet irgendwann, und so gibt Polidings - ähm: Politycki - den Roman heraus. Soweit die Herausgeber-Fiktion, mit der gleichsam die Editorik ein bisschen abgebürstet wird. Aber nur ein ganz kleines bisschen. Die Geschichte: Ein Dorfjugendlicher pubertiert und beginnt sich im Laufe seines Heranwachsens nicht nur für verschiedene Mädchen und Frauen (er unterscheidet genau!) zu interessieren, sondern tritt auch in verschiedene Interaktionen mit diesen, während er sich weigert erwachsen zu werden und einem geregelten Leben nachzugehen. Ja, das wäre es eigentlich schon. Außerdem geht es um Freundschaften, verschiedene Städte/Dörfer, Musik, Literatur, ein bisschen Zeitgeschichte pp. Das Buch hätte groß werden können, so wie einige der gescheiterten oder nicht entstandenen Beziehungen darin. Es hat Anlagen dazu, nicht zu knapp sogar. Einige Passagen, einige Ideen sind schlichtweg schön, gelungen, erstaunlich gut für deutsche Gegenwartsliteratur. Aber P. hätte sein Buch kürzen sollen. Denn die epische Breite, wohl eine Krankheit, die der Dichter sich wäherend seiner germanistischen Vergangenheit zugezogen hat, macht hier einiges kaputt. Witze, Verweise (musikalische, literarische, politycki... - politische, wollte ich sagen) Anspielungen, alles wird gleichermaßen so totgeritten, dass es irgendwann dann doch keinen Spaß mehr macht. P. schlägt einen mit Leitmotiven tot: Kuck mal hier, ich kann auch heavy leitmotiving! Er tut das, wozu viele neigen, die schon einmal von Beruf Dinge zu erklären hatten: Er unterschätzt sein Publikum, hält es wohl für langsam im Denken, meint, man müsse auf alles genau zeigen: mit der Lupe notfalls. Und das bekommt dem Buch nicht, macht es ein wenig zäh. Dabei hätte es wirklich groß sein können. Denn P. hat ja genug zu erzählen. Hätte genug zu erzählen.

Vechta, Blicke

Brinkmann revisited: Es ist nie ungefährlich, sich nach langer Zeit den Helden der eigenen Jugend wieder zuzuwenden. Schon als ich die kleine Gedichtsammlung Westwärts 1 & 2 von Rolf Dieter Brinkmann (Rowohlt Taschenbuch, etwa € 9,50), ein in Erfüllung gegangener Nikolauswunsch, in der Hand hielt, hatte ich ein beklommenes Gefühl. Ich kannte das Buch ja noch von damals, als ich mittellos durch die Buchhandlungen geschlichen war, in seiner Erstausgaben-Aufmachung aus der alten Taschenbuchreihe "Das neue Buch". Die Neuausgabe sieht noch fast genauso aus wie früher. Aber der Zauber von damals hat sich merkwürdig gewandelt.
Damals war noch alles anders! Ich hatte Rom, Blicke aus der Stadtbibliothek geliehen und war in den Bann der Reise- und Traumbeschreibungen dieses angenehm wirkenden Hippies gestoßen. Und nun hielt ich, mit zwanzig Jahren Verspätung, die Gedichte in der Hand und fühlte mich beklommen. Und dann las ich. Und ich las. Und ich wusste nicht, ob mir das, was ich da las, gefiel, aus Sentimentalitätsgründen gefallen musste, oder nicht so.
Ich glaube: eher nicht so. Die Gedichte sind größtenteils schlecht. Manchmal, wenn sie ins Subjektiv-Persönliche gleiten, sind sie aus heutiger Sicht sogar ziemlich peinlich. Wie naiv Brinkmann an manchen Stelle war! War er das in Rom, Blicke auch schon gewesen, oder hatte ich das nur aufgrund meines zarten Alters nicht gemerkt? Und die sprachlichen Fügungen, die Reihungen, den Rock'n'Roll der Sprache, das war zwar nicht schlecht, aber es war auch nicht originell. Kerouac, Ginsberg usw. hatten das nicht nur viel früher, sondern auch viel besser gemacht. Ratlosigkeit machte sich breit. Aber weil ich es nicht wahrhaben wollte, las ich immer weiter. Und das war mein Glück! Denn zwischen all dem Staub, dem Dreck, dem abgestandenen Wortplastikmüll der 70er, da funkelte es hin und wieder, gelang ein Vers, eine Strophe, eine Seite, baute sich hier und da etwas zu magischer Poesie auf, die funktionierte wie ein perfekter Popsong!
Er ist also noch da, der Brinkmann meiner Jugend, nur ist er ein wenig zugeschüttet unter dem Geröll der Zeit. Demnächst werde ich übrigens mal wieder die Stadtbibliothek besuchen und mir Rom, Blicke ausleihen. Wie das wohl nun nach 20 Jahren wirken mag ... [2002]

Ausgemusterte Dichter in der Hölle

Heute wieder ein Klassiker der Weltliteratur: Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie. In der Reclam-Ausgabe zu rund € 9,-. Bilder gibt es hier, dass es einem schwindelig wird. Und die Sprache...! Wahrscheinlich kommt Hermann Gmelin mit seiner reimlosen Übersetzung nur in ganz entfernte Nähen des Originals, aber schon das reicht, um einen staunen zu machen. Hilfreich sind dem unbedarften Leser auch die zugefügten Periochen, in denen die Handlung des Gesangs schon einmal vorweggenommen wird. Und auch die Anmerkungen sind durchaus brauchbar. Hat man viel Zeit und Ruhe, dann schnappe man sich die Göttliche Komödie und schließe sich ein, um ein Kaleidoskop an Fantasien, Bildern und Metaphern zu erleben.[ca. 2002]

Das Böse ist immer und überall

Eine Unverschämtheit seitens der Übersetzer Klaus Binder und Tatjana Eggeling ist die stümperhafte Übersetzung des Buches Access - Das Verschwinden des Eigentums von Jeremy Rifkin, der übrigens aussieht, wie einer der Schurken aus den amerikanischen 20er Jahre Stummfilme. Aber zurück zur Übersetzung: Da übersetzt ein Neuntklässler besser! Ich frage mich, wie ein eigentlich renomierter Verlag sich so etwas leisten kann. Oder war das die böse Rache für eine schlechte Bezahlung?
Müsste man sich nicht auf jeder Seite über die Übersetzung ärgern, wäre das Buch allerdings recht interessant. Zwar folgt Rifkin der Angewohnheit, die amerikanische Sachbuchautoren nicht selten an den Tag legen, und erwähnt alles mindestens zwanzigmal, damit auch der Letzte endlich kapiert, aber die Sicht auf die Entwicklung der Wirtschaft (der Kultur, des Lebens allgemein), die Rifkin in seinem Buch bietet, ist durchaus faszinierend und erschreckend. Zwar präsentiert Rifkin nichts Neues. Die Phänomene, mit denen er das Heraufdämmern des neuen Zeitalters beschreibt, sind jedem bekannt, der offenen Auges durch das Leben geht. Aber in der massierten Form, in der Rifkin sie zusammen stellt und aus der notwendigerweise immer etwas extremeren (oder weiteren, das hängt vom Standpunkt ab) Position Amerikas beschreibt, können sie einen schon entmutigen. Ach ja, vielleicht sollte ich noch kurz erwähnen, worum es überhaupt geht. Es geht um das Verschwinden des Eigentums und darum, dass alles nur noch über Zugang zu etwas (zum Internet, zum geleasten Auto, zum Bankkonto, der abgeschlossenen Vorstadtsiedlung für Wohlhabende, aber auch zum Saatgut, vor allem aber zum Erleben, zum Event, zum künstlich stimulierten Leben, zu einer vom Geschäft eingenommenen Kultur, die aus Kultursplittern besteht) geregelt wird. Erschienen ist das Buch bei Campus und kostet 49 Mark . Aber ich empfehle die amerikanische Originalausgabe ! [2001]

Sibylles kummervolle Welt

Nicht uninteressant ist das Reclam Leipzig Taschenbuch Sex II von Sibylle Berg, aber nach ungefähr 20 Seiten kennt man die einzelnen Zutaten ganz genau, die Sprache wird berechenbar bis auf den i-Punkt und so trant das Buch seinem eigenen Konzept hinterher. Natürlich scheinen in diesem Tran einige brillante Ideen auf, keine Frage, Frau Berg ist alles andere als talentlos und einem Großteil jener Spiegeltänzer, die sich als Gegenwartsautoren und natürlich auch -innen bezeichnen, um Lichtjahre voraus. Aber die beschriebene, jeder Hoffnung und Liebe beraubte Welt, das haben andere schon besser hingekriegt. Nehmen wir zum Beispiel die berüchtigten Nachtwachen des Bonaventura . Gibt's auch bei Reclam. Ist aber billiger! [2001]

Gernhardts Ferien auf dem Bauernhof

Recht sehr enttäuscht hat mich ja das Buch von Robert Gernhardt: Klappaltar: drei Hommagen. Zürich: Haffmans, 1998. Den Ton Heines und vor allem Goethes trifft der Mann aus Frankfurt zwar, allein was er in diesem Ton bedichtet und besingt, ist grausam banal und wird schnell zur Farce. Gewürzt mit einer kleinen Prise Hahaha-Humor ehrt Gernhardt mit diesem Buch weder sich noch Heine, Brecht oder Goethe. Und was interessiert mich, wie Gernhardt seine Ferien in Italien verbringt? Genau! Ich glaube, man nutzt die Zeit, die es braucht, um dieses Buch zu lesen, besser, indem man arbeitet und Geld verdient. Mit dem kann man dann selber nach Italien fahren. Und dort lässt es sich auch wunderschön leben, ohne dass man im Tone anderer an seinen Ferien auf dem Bauernhof schreibt. [2001]

The Güüd's Göne

Die Sprache rumpelt wie eine alte tschechische Straßenbahn über ostdeutsche Schienen, und man weiß anfangs nicht, ob daran die Übersetzerin Christel Hildebrandt schuld ist oder Lars Saaby Christensen selbst, der mit seinem 570 Seiten Roman Yesterday (btb/Goldmann) vom Erwachsenwerden vier kleinbürgerlicher Jungs aus Oslo erzählt, die sich für John, Paul, George und Ringo halten und die Zeit zwischen "I feel fine" (Frühling 1965) und Päules "Wild Life" (1971/72) mit Grandiosem und vor allem grandiosem Scheitern verbringen. Das Leben - ein Tod, oder umgekehrt, in welcher philosophischen Stimmung man gerade ist. Aber nach einer Weile kommt man dahinter: Es ist Norwegen, es ist diese walblutuige und ölrauhe Ungeschliffenheit des Nordens. Erbarmungslos ist das, was erzählt wird, erbarmungslos und furchtbar direkt. Christensen brettert einem seine Leitmotive um die Ohren, dass es seine Art hat. Das sitzt wie die vielen Schläge und Schicksalsschläge im Buch. Und alles klingt, als würde eine riesige große Erzählmaschine laufen, aber es quietscht und ratscht und schleift an allen Ecken und Enden, weil es so kalt ist, dass das Öl zu Klumpen wird. Norwegen eben! Dahinter jedoch, darüber und dazwischen entsteht eine Poesie, die seltsam fein und weich daher kommt, wohl vor allem deshalb, weil man sie nicht erwartet, und weil sie abseits all dieses ewig wiedergekäuten Plastikmülls liegt, der einem im Film und in den Büchern all der so toll erzählenden Autoren begegnet: ewig dasselbe, zusammen geklaut von irgendwo, und die Autoren dahinter abwaschbar, was sie auch sein müssen, weil sie sich vor lauter Publicity-Geilheit ja dauernd selbstbeejakulieren. Doch ich komme vom Thema ab. Christensen ist jedenfalls anders.[2001]

Clara Bow

Nett anzuhören sind auch Clara Bow aus HH. Punkbeeinflusst, hanseatisch frisch und dekonstruktiv im Umgang mit der gesungenen Sprache - genau richtig für einen netten Sommerabend. Anspieltipp: Misinterpretation (of Looks).

Samstag, 20. Mai 2006

Mittwoch, 10. Mai 2006

Pubertärer Kastanienbaum


Großartig! Mein Kastanienbaum trägt Blüten!!! Sechs Stück habe ich bisher gezählt. Ich bin gespannt, ob ich in diesem Herbst schon die ersten Kastanien einsammel kann - homegrown.

Noch einmal McLennan

Ein Nachruf, den ich sehr angemessen finde, auch weil er über das übliche Betroffenheitszeug hinausgeht, findet sich hier. Lesenswert!

Montag, 8. Mai 2006

Grant McLennan tot

Bekam es heute per Mail, dass Grant McLennan am 6. Mai 2006 im Alter von 48 Jahren gestorben ist, im Schlaf, wie es auf www.go-betweens.org.uk heißt. Hier der genaue Wortlaut der dortigen "News":

6th May 2006
Grant McLennan

On Saturday 6th May, legendary Australian singer songwriter Grant W McLennan died in his sleep at his home in Brisbane.

McLennan was one of Australia’s greatest songwriters who created an outstanding musical legacy as a founder member of The Go-Betweens and as a solo artist. He was enjoying enormous acclaim for the band’s most recent album Oceans Apart, which has received five star reviews around the world and won a prestigious ARIA award.
McLennan was born in Rockhampton, Queensland on 12th February 1958. While attending university in Brisbane he met fellow student Robert Forster and together they formed The Go-Betweens. After releasing a string of singles the band recorded their debut album, Send Me A Lullaby, in 1981. The Go-Betweens recorded a series of exceptional albums that achieved widespread critical acclaim and were fundamental in bringing Australian music to a global audience. He was an unparalleled lyricist and a prolific and meticulous composer. His auto-biographical masterpiece ‘Cattle and Cane’ was recently voted by the Australian Performing Rights Association as one of the ten greatest Australian songs of all time.

In 1989 The Go-Betweens took a ten year sabbatical and McLennan recorded four powerful solo albums including the vivacious debut Watershed and the epic Horsebreaker Star as well as forming satellite groups like Jack Frost with Steve Kilbey of The Church and The Far Out Corporation with Ian Haug of Powderfinger.

When Robert Forster and Grant McLennan reformed The Go-Betweens in 2000, the band was greeted with adulation by a new generation of musicians like Belle and Sebastian, for whom their songs had been an inspirational teenage soundtrack. The three albums the band subsequently released were universally acknowledged as containing some of McLennan’s greatest compositions.

McLennan was a passionate supporter of the arts, extremely well-read and maintained a keen interest in all contemporary music, cinema and visual art. He was an exceptionally charming and polite man who endeared himself to everyone who met him and was one of the rare individuals worthy of the epithet ‘larger than life’.

His singular contribution to music and his commitment to his craft simply cannot be overstated. He will be deeply missed by all who knew him. He is survived by his mother, sister, brother, girlfriend Emma, bandmates Adele Pickvance and Glenn Thompson and lifetime musical colleague and friend Robert Forster.

Bernard MacMahon, Lo-Max Records, 6th May 2006


Schade um ihn. Schade um die Go-Betweens, all ihre uneingespielten CDs und vor allem um ihre grandiosen Konzerte. Nachdem ich die vorletzte Go-Betweens-CD Bright Yellow Bright Orange so richtig schlecht fand, waren es auf der Oceans Apart nicht zuletzt auch die McLennan-Stücke,die mich mit der Band wieder versöhnt haben. "The Statue" zum Beispiel hat etwas Magisches. Und live war die Band ja sowieso immer über jeden Zweifel erhaben.

Auf Wiedersehen, Grant McLennan - und Danke für die wunderbare Musik!

Mittwoch, 3. Mai 2006

Die Nihilisten

Per Zufall bin ich drüber gestolpert, aber jetzt bin ich großer Fan - der Nihilisten nämlich aus Trier. Ein Blick auf ihre Homepage lohnt sich, auch die mp3s dort sollte man sich anhören/runteladen. Meine Favoriten: Rockin' Pete ist tot und Das neue Lied. Viel Spaß!

Dienstag, 2. Mai 2006

Mein schönster Limmerick 2

Ein lustiger Alter aus Bingen
der tat für sein Leben gern singen.
Doch er traf nie den Ton,
das brachte ihm Hohn
und Spott von den Kindern aus Bingen.