Mittwoch, 13. Januar 2021

4 Grad Celsius (KW-Gedicht 02)

 

Schneeregen-Straßen in grau

Unter grauem Himmel.

Nicht mal eine ferne Vorstellung

Von Sommerleichtigkeit lässt sich erhaschen.

 

Ein Dauerfrieren der Seele

Unter grauem Himmel.

Die Phantasie hält Winterschlaf.

Die Anomalie des Lebens.

Montag, 4. Januar 2021

Eckbusch Winterabend / City Limits (KW-Gedicht 01)

In allen Himmeln sammeln sich die Krähen. 

Der Blick senkt müde sich zum Horizont,

vor dem, fast wie ein Schattenriss,

die Rechtecke der Hochhaussiedlung stehn.


Lenk deine Schritte schneller durch des Eises Krusten,

Lass deine Füße deinem unstillbaren Sehnen folgen

hin zu diesem einen warmen, hellen Licht,

das aus der Hochhaussiedlung unauffällig leuchtet.



Sonntag, 3. Januar 2021

Kalenderwochen-Gedichte

Ein Vorhaben, mit dem ich schon einmal gescheitert bin. Ich versuche es trotzdem noch einmal: Jede Woche gibt es ein neues Gedicht, 52 also insgesamt, die ich dann anschließend als ein kleines Heft veröffentlichen werde.

Es werden noch Wetten angenommen, wie weit ich komme. Beim letzten Mal bin ich in KW 3 gescheitert.

Dienstag, 15. September 2020

Lustige Limericks (27)

Einem ärmlichen Burschen aus Porto
für 'nen Liebesbrief fehlte das Porto.
Drum zog er gleich ein
bei der Holden so fein
und sparte sich fortan das Porto.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Kastanie, 12.Februar 2020





Der 12. Februar 2020 war der Todestag für meinen Kastanienbaum. Morgens wurde er gefällt. Jetzt sind nur noch Zweige übrig, unverbundene Äste, ein paar Stücke vom Baumstamm. Es ist kein gutes Gefühl auf einen gefällten Baum zu blicken, den man einst, es muss 1992 oder 1993 gewesen sein, selbst gepflanzt hat, gezogen hat aus einer Kastanie. Seit 1995 stand er dort unten im Garten, wuchs und gedieh, filterte CO2 aus der Luft, bot Vögeln und Eichhörnchen einen Aufenthaltsort und manchmal sogar ein Zuhause, eine Zwischenstation, eine Anflugbasis, bog sich im Wind, rauschte leise oder laut, spendete Schatten und Feuchtigkeit, bot dem Augen viele Farben und Formen, verbesserte das Klima.Und dazu hat der Baum noch viele, viele Kastanien getragen, die er im Herbst bereitwillig verteilt hat. 

Warum der Baum gefällt wurde? Er steht zu nah an der Grenzmauer des Gartens. Außerdem soll der Garten umgestaltet werden. 

Obwohl es also vernünftige Gründe gegeben haben mag, den Baum zu schlagen, ergreift mich Wehmut und große Trauer, wenn ich an das Leben meines Baumes denke, der mich zu einem guten Teil auf meinem Lebensweg begleitet hat.Und natürlich fällt mir das Lied von Alexandra ein. Und ein Baum-Gedicht, das mich in jungen Jahren stark fasziniert hat. Denn selbstverständlich sind Bäume beseelt.

Sie haben eine große freie Seele.

Samstag, 2. März 2019

Luton to Lisbon (Fischer Z Cover)



Das hatte sich irgendwie in meinem Kopf festgesetzt, emporgestiegen aus ganz alten Erinnerungsschichte ...

Freitag, 26. Oktober 2018

Lustige Limericks (26)

Ein Fernfahrerliebchen aus Bonn
lief einst seinem Fahrer davon.
Der staunte nicht schlecht
und gab jenen recht,
die sagten: "Das hast du davon!"

Sonntag, 9. September 2018

Lustige Limericks (25)

Ein einsamer Lissabonner,
der liebte nicht Blitze noch Donner.
Bei jedem Gewitter
schrieb er über Twitter
er leide, der Lissabonner.

Donnerstag, 1. März 2018

Internet-Zuhause

Hallo. Ich habe dich beobachtet, wie du hier etwas verloren vor dem Zaun herumgeirrt bist, dich fragend, was das hier ist oder soll. Dies hier war mal mein Internet-Zuhause. Als man noch ein Zuhause hatte im Internet. Inzwischen bin ich ausgezogen. Nur ab und zu komme ich einmal vorbei, um nach dem Rechten zu zu sehen, etwas staubzuwischen und den Kaktus zu gießen. Denn irgendwie hänge ich an diesem alten Internet-Zuhause. Natürlich nur aus Sentimentalitätsgründen. Es gab Jahre, da war hier richtig was los. Ich weiß, das kann man sich heute gar nicht mehr so recht vorstellen. Inzwischen ist die Luft hier abgestanden und die ersten Lampen gehen schon kaputt. Sind übrigens noch echte Glühbirnen drin. Wenn ich das nächste Mal den Kaktus gieße, dann muss ich mal so eine Palette LED-Birnen mitbringen. Hier gibt es übrigens sogar eine kleine Kapelle. Nein, auch da brennt kein Licht mehr, die Kerzen sind ausgebrannt. Aber die Kapelle ist noch da. Und an solchen Tagen wie heute, da gehe ich manchmal hinein und halte einen Augenblick inne, denke an das, was war und was ist und was sein wird. Und dann winke ich den Bildern an der Wand wie alten Vertrauten, bevor ich gehe, um den Kaktus auf meinem verstaubten Schreibtisch zu gießen, der übersät ist mit vergilbten Karteikarten, auf denen rätselhafte Sachen stehen. Du siehst also, ein ganz unspektakulärer Ort, aber einer, der mit Erinnerungen gefüllt ist.

Freitag, 8. Dezember 2017