Freitag, 8. Dezember 2017

Freitag, 20. Oktober 2017

Still Thinking

Nein, ich bin nicht zurückgekommen. Ich bin immer noch da draußen und denke nach. Habe nur zwischendurch mal nach der Post gekuckt und den Kaktus gegossen. Nichts Großes. Aber wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich gerade ja auch "Hallo" sagen.

Hallo! Seit einem Jahr blogge ich nicht mehr. Ich habe die App von meinem Telefon gelöscht und mache andere Dinge. Ich lese auch nicht, was ich hier geschrieben habe. Das würde mich  nur wehmütig machen, weil es mich an eine Zeit erinnern würde, während der ich jünger war. Jetzt bin ich noch immer jung, im Vergleich meinetwegen zu Patti Smith oder Debbie Harry, zu Paul McCartney oder den Go-Betweens. Aber eben nicht mehr so jung wie zu jener Zeit, als ich hier regelmäßig geschrieben habe.

Wenn man selbst nicht mehr bloggt, dann schaut man auch weniger in andere Blogs. Andere Blogs, die ihrerseits langsam verwaisen. Bis auf wenige, auf rühmliche Ausnahmen, deren Autoren und Autorinnen sich weiter ins Netz einschreiben, like it was 2005.

Sicherlich sind Blogs die redlichste Form der Netzeinschreibung, im Vergleich zu Twitter beispielsweise, das jetzt ordentlich aufs Maul bekommt, obwohl dort früher schon hauptsächlich Unfug geschrieben wurde. Witziger Unfug zuweilen, das gebe ich zu, aber Unfug. Und der Rest ... Über Facebook müssen wir nicht reden. Und sonst gibt es wenig.

Ist das Netz ein Segen? Ich glaube nicht. Es vernetzt uns mit einigen interessanten, netten, großartigen Menschen. Aber es vernetzt uns auch mit all den Arschlöchern dieser Welt, die so unbeschränkt Zugang zu unseren Köpfen kriegen. Es beschleunigt den Warenaustausch, aber geht es uns darum besser? Es stellt eine Menge Wissen zur Verfügung, soviel, dass wir längst den Überblick verloren haben, was richtig und falsch ist.

Und das Netz lehrt uns, dass wir uns mit dem Zweitbesten zufrieden geben. Der Liveversion bei Youtube, weil die Studieversion gesperrt ist. Das billige Ladekabel, weil das Original nicht lieferbar ist. Dem Chat statt der Unterhaltung.

Konsequenzen?  Keine Ahnung. Des Kaktus hat jetzt aber auf jeden Fall genug Wasser. Ich werde dann mal wieder gehen. Vielleicht sieht man sich gelegentich. Lasst euch in der Zwischenzeit nicht verböden. Ciao!

Licht und Schatten

Samstag, 7. Januar 2017

The Love You Take Is Equal

Vor genau zwölf Jahren setzte ich meinen ersten Post ins Netz, damals noch bei einem windigen Start-Up-Unternehmen namens Blog-it, das deutlich schneller verschwand als mein Blog. Via blogger.de, einer wunderbaren Blogger-Community, die ich allerdings verließ, weil sie in Deutschland beheimatet war und die deutschen Internet-Gesetze damals sehr abstrus waren, landete ich schließlich bei Blogger.com, das inzwischen Teil von Google war.

Seither habe ich immer mal wieder gepostet, meist in lockerer Folge, meist Kleinigkeiten, Szenen aus einem Leben, das sich zu 99% offline abspielte. Hier landeten davon zuweilen Foto-Schnappschüsse, kurze Statements und dergleichen mehr. Überhaupt war alles eher campmäßig, schon allein, weil die Vorlagen von Blogger.com sehr trashig waren. Nicht so trashig, wie dann Facebook wurde, aber schon so ein bisschen in diese Richtung weisend.

Wenn man damals bloggte, dann reihte man sich in eine Gemeinschaft ein, die eine neue, zeitgemäße und oft wunderschöne Art des Schreibens entwickelt hatte, so eine Art Briefroman 2.0. Nicht, dass mein Blog dazugehört hätte. Ich stand immer am Rand und beobachtete das Treiben fasziniert von dort aus. Aber irgendwie war man auch am Rand Teil einer interessanten Bewegung.

Wie diese Bewegung dann vor die Hunde gegangen ist, durch Kommerzialisierung ("Hier mien tolles Buch bei rororo!" oder "Sascha Lobo erklärt die Welt"), Vereinnahmungen von vielen Seiten her und vor allem durch soziale Netzwerke wie Facebook, darüber ist wahrscheinlich schon viel gesagt und geschrieben worden. Klingt nämlich nach einem interessanten Thema für eine Abschlussarbeit in Medienwissenschaften. Jedenfalls ist von den brillanten Schreibern von damals kaum noch jemand aktiv. Kaum sage ich, denn einige sind ja hier verlinkt, die gibt es noch immer, wenngleich sie sich jetzt wesentlich seltener zu Wort melden und die Art der Äußerungen auch konventioneller geworden ist. Diese Blogs wirken eher wie ein trotziges: "Die Tapete bleibt!" - und sind dabei immer noch lesenswerter als vieles, was sich sonst im Netz an Literarischem und Journalistischem findet.

Um aber mal wieder auf die Spur zur kommen: Das Feld ist also fast leer. Und meine Randposition wird zunehmend einsam. Randblogs wie dieses werden, anders als noch vor drei, vier Jahren, kaum noch gelesen, außer von irgendwelchen Bots vielleicht, und um die Sache hier so zu gestalten, dass es regelmäßig neue Postings zu lesen gibt, fehlen mir Zeit und Muße. Und der Kontext.

Deshalb wird hier nächster Zeit nicht mehr allzu viel passieren.  Vielleicht ab zu ein Foto oder ein Hinweis auf meine grandiose Band. Vielleicht eine kleine Fußnote zu den Zeitläuften. Aber kein regelmäßiges Blogger mehr.

Dennoch: Es gibt genug Orte, an denen wir uns sehen können. Sie finden sich im vorhergehenden Post.

Auch offline schreibe ich nach wie vor.

Und vielleicht trifft man sich auch hier. Dann und wann.








Samstag, 17. September 2016

Gone Thinking

Während andere fischen gehen, denke ich lieber über das eine oder andere nach. Und während ich das tue, bleibt es hier erst einmal still.

Im Moment fehlt mir die Zeit, die großen Ideen, die es gibt, hier umzusetzen. Und für die kleinen Ideen fehlt mir die Muße.

Also lasse ich für ein paar Tage die Finger von den Tasten.

Und bevor jetzt alle traurig sind: Ich mache nur Pause. Und das Wesen einer jeden Pause ist, wie wir schmerzhaft schon in der Schule zu lernen gezwungen sind, dass sie irgendwann zu Ende geht.

Bis dahin: Fare thee well, geneigter Leser, hübsche Leserin. Wir sehen uns wieder!


Symbolbild

An diesen Orten geht es unterdessen weiter:

 http://www.laughingman.de

https://twitter.com/tbautor

https://www.instagram.com/tbautor/

Sonntag, 24. Juli 2016

The Shame Is On The Other Side

Ein Sommer ohne The Laughing Man? Kaum vorstellbar, oder? Deshalb haben wir hier noch was für Euch. Entstanden während der Proben zu unserem Gig im TalTonTheater am 23.4. und vervollständigt in der schwülen Sommerluft des späten Julis. 

Kurz gesagt: The shame is on the other side!


Freitag, 15. Juli 2016

Die Leuchte

Heute mal was ganz anderes. Kind of Schmusepop, sozusagen. Aber doch auch schön, irgendwie. Hört selbst!

Dienstag, 5. Juli 2016

Arms Like Boulders


Und gleich nochmal Musik. Diesmal das sehr schöne Konzert von The War on Drugs am 13. Juni 2015, ein wunderbares Sommerkonzert, wie ich finde, das einen ein bisschen hinwegzutrösten vermag über die Unbillen dieses Sommers bzw. seines Wetters. 

Wie oft ich dieser Tage den Eindruck habe im falschen Film zu sein. "Kein Tiefschlafphase kann uns mehr retten vor dem Zugrüff der Dummheit", zitiert mein Kopf fortwährend die Fehlfarben ("Feuer an Bord"). In diesem Kontext hilft Musik. Sehr.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Schuld und Sühne bzw. 50 Schattierungen grau

Dass Großbritannien aus der EU austreten möchte, ist, wie an anderer Stelle bereits dargelegt, schlimm genug. Was jetzt die Gegenseite macht, das Zeigen der Waffen, alles oder nichts, lieb mich oder hass mich, ist allerdings nicht wesentlich vernünftiger. Es ist offensichtlich, dass es in Europa unterschiedliche Vorstellungen davon gibt, wie eng man zusammenstehen möchte. Und es gibt viele, die es lieber eine Nummer kleiner hätten als die Vereinigten Staaten vor Europa, die am Ende bei der EU herauskommen sollen, wie es ja vertraglich festgelegt ist. 

Wieso also nicht ein Europa der zwei Geschwindigkeiten, wie es das in Konzepten ja schon lange gibt? Ein erweitertes Europa, das lediglich aus einer Freihandelszone besteht. Und fertig. Und dann ein engeres Europa, das eine weitergehende Einigung anstrebt. Dieses engere Europa könnte und würde allein durch seinen Erfolg überzeugen. Es würde andere Länder anziehen. Es müsste allerdings auch durch seinen Erfolg überzeugen - nur dadurch. Und das wäre doch eine gute Chance für die EU. Wer also raus will, sollte raus dürfen. Aber er sollte im erweiterten Kreis bleiben dürfen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß; es gibt auch mindestens 50 Schattierungen grau!


Freitag, 24. Juni 2016

England for the English?

Den Sesselfurzern aus Brüssel mal so richtig eins auf die Finger geben: Geschenkt! Den großmäuligen deutschen und französischen Politikern mal so richtig zeigen, wo der Hammer hängt: Na klar! 

Was die britische Entscheidung, die Europäische Union verlassen zu wollen, aber wirklich verursacht, wird vielen derjenigen, die für den Austritt Großbritanniens gestimmt haben, nicht klar gewesen sein: Auf lange Sicht haben sie sich von der europäischen Nachkriegsordnung, die die Engländer entscheident mitgestaltet haben, verabschiedet. 

Diese europäische Nachkriegsordnung hat uns für die lange Zeit von 71 Jahren in Kerneuropa Frieden garantiert. In guten Zeiten. Und in schwierigen Zeiten. Die EU hat die Wahnsinns-Aufgabe erledigt, die mitteleuropäischen Staaten nach dem Zusamenbruch des Warschauer Pakts aufzufangen und und ihnen eine Perspektive zu geben. Und all das, ohne dafür nur ein einziges Menschenleben opfern zu müssen.*

Mit dem Ergebnis des Referendums in England ist diese Ordnung nun in Frage gestellt. Das gemeinsame Haus Europas wird nun wieder in Dienstboten- und Herrenetagen unterteilt.

Natürlich werden wir nicht alle morgen in alte Muster zurückfallen. Aber diese Entscheidung könnte einen Umbruch bedeuten, den wir alle in Europa noch bitter bereuen werden. 

Was immer gesiegt hat auf der großartigen Insel vor dem europäischen Festland: Die Vernunft war es, so fürchte ich, nicht. 




Samstag, 18. Juni 2016

Jeder Alltag ist wie Sonntag




Angesichts des Krimis, den ich gerade lese und in dem der Bergische Chor der Eindeutschsänger* eine gewisse Rolle spielt, habe ich mich an den guten, alten Perrecy erinnert - und an seine meisterhafte Eindeutschung nordenglsicher Volkslieder.

Siehe auch hier.

* Bruno Laberthier: Alle Löwen feiern. Remscheid: Gardez, 2016.