There are people hanging out their minds on lines to dry ...
Dieses Stück etstand innerhalb kürzester Zeit. Eines Abends spielte ich auf meiner Akustikgitarre herum und ließ mich von einem Blues davontragen. Dabei schälte sich ein Ablauf heraus, den ich sehr spannend fand und bei dem ich sofort auch Bilder im Kopf hatte: Flirrende Hitze. Südstaaten. Ein Road Movie mit Bildern von David Lynch, so wie in "Wild at Heart". Und auch den Text fand ich schnell: Es sollte um eine Liebe gehen, bei der der Lack ab ist, in deren Geschicte es irgeneine Verletzung gegeben hatte, die noch immer unausgesprochen geblieben ist. Die Sonne sollte all die abgenutzten Stellen udn Macken an der Oberfläche zeigen, und die Risse, die ahnen lassen, dass es tief im Innern noch viel schlimmer aussieht. Aber in den viel zu heißen Nächten wird such der Zauber sichtbar, der diese Liebe ausmacht.
Am Abend des nächsten Tages nahm ich das Stück auf, und obwohl es bis zum nächsten Morgen dauerte, spielte ich den Song im Laufe einer einzelnen Session ein. Das passiert so gut wie nie.
Ich mag den Song sehr gerne.
Der Song entstand in einer Phase, als ich mit meinem Album nicht so recht vorankam, Ich hatte viele Sachen aufgenommen, aber die waren alle zu kompliziert und zu verkopft. Eines Abends hörte ich dann zufällig "My Sharona" von The Knack, einen Song, den ich damals, als er herauskam, geliebt habe. Der Bass ist großartig, aber auch die Aufteilung zwischen quengeliger Stratocaster und druckvoller zweiter Gitarre gefiel mir gut. Und das, was Popmusik ja auch immer haben solte. Den Blick aus den Augen einer oder eines Vierzehnjährigen.
Ich rannte mehrere Tage mit "My Sharona" im Kopf herum und schaute mir auch die Videos auf Youtube an. Große Popmusik! Und als ich mich dann das nächste Mal mit meiner Gitarre hinsetzte, hatte ich diese dieses schrammelige Riff, das sich ausgezeichnet auf einer Stratocaster spielen ließ. NAchdem mein Nachbar sich von Fahrradkurrieren seinen EInkauf hatte bringen lassen - wahrscheinlich hatte er gerade Corona oder so - fiel mir auch ein Text ein. Wir bekommen alles geliefert, was wir haben möchten,ö wenn wir das nötige Geld dafür haben. Einen Klick im Internet, und alles kommt zu uns nach Hause: die Pizza, der Fernseher, die Tageseinkäufe, die Reinigungskraft oder die Eskortdame. Was, wenn ein verwöhnter Vierzehnjähriger seiner ersten Freundin vorwirft, dass von ihr nicht alles auf einen Klick geliefert wird?
Natürlich ist es ein einfacher Song. Der Text ist einfach, die Musik ist nicht allzu kompliziert. Aber alles zusammen ergibt einen klassischen Popsong, so wie ich ihn mir vorgestellt habe. Danke Doug Fieger!
![]() |
| Der rechte Amp wird am 23.4. dabei sein |
![]() |
| Nicht Maximum R&B, aber feiner Indie-Pop |