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Freitag, 8. Dezember 2017

Freitag, 10. Juni 2016

Fußball und Gesang

Zum Beginn der EM habe ich mich gerade dazu hinreißen lassen, auf Spiegel Online das Video des EM-Songs von Herbert Gröhnemeyer zu klicken. Und dann habe ich ihn mir auch noch angehört. Ach du Scheiße! Da hat aber mal richtig jemand in die Scheiße gegriffen, würde ich sagen. Unter allen schlechte Fußballtourniersongs ist das musikalisch und terxtlich 0° Kelvin. Tiefer geht es also nicht. Und das schließt schon solche Dinge mit ein, wie das leicht SS-metaphernhaltige "Ein Hoch auf uns" von vor zwei Jahren ein. Oder dieses Tote-Hosen-Müllding. Obwohl die beiden Songs ja auch kein offizieller Song waren.

Da sehnt man sich doch zurück zu solchen Highlights wie "Fußball ist unser Leben" oder "Der Mann mit der Mütze muss gehen", eine frühe Vorwegnahme des späteren Misstrauensvotums gegen Helmut Schmidt übrigens.

Ich glaube, in zwei Jahren haue ich auch mal einen Fußballsong raus.

Dann doch lieber den hier:


Sonntag, 24. April 2016

Cold Desire



Neben the Laughing Man - über die neue E.P. wird noch zu sprechen sein - gibt es natürlich noch andre Bands. Diese kanadische Kapelle hat was Genialisches, wenngleich man ihnen kein allzu glückliches Händchen für die Wahl des Produzenten attestieren kann. Nicht jeder hat einen Jan van Wereld in der Hinterhand.

Hier übrigens noch eine Sammlung anderer Cold-EPs:
Blacklizard: Cold EP
Nortnord: Cold EP
Acid Beyonder: Cold EP
Salt the Earth: Cold EP
Hattori: Cold EP 
Vis-a-Vis: Cold EP
Drop the Leash: Cold EP

Ich mag Blacklizard am liebsten.

Freitag, 12. Februar 2016

Tastend durch die Nacht



Dies sind die ersten Worte, die ich mit meiner neuen Tastatur schreibe. Es handelt sich um eine Cherry-Tastatur, sie ist schwarz und in China hergestellt. Auch meine alte Tastatur war eine Cherry-Tastatur. Aber sie stammte noch aus Deutschland – und war nicht schwarz, sondern wirklich und wahrhaftig mausgrau. Oder vielmehr hausstaubgrau. Und Hausstaub war wohl zum Schluss auch ihr hauptsächlicher Bestandteil. Dort, wo man zwischen die Ritzen der Tastatur kucken konnte, sah man Staub. Buschigen, dunklen Hausstaub. Ein Fest wahrscheinlich für jede Hausstaubmilbe, die etwas auf sich hielt.

Ich weiß nicht, wie lange die Tastatur Gelegenheit gehabt hatte Staub anzusammeln. Die alte Tastatur war, so entnahm ich dem eingegossenen Plastikgussdatum, 2008 entstanden. Also habe ich sie mindestens fünf Jahre, wahrscheinlich aber eher länger, in Gebrauch gehabt. Der Staub stammt also aus einer Zeit, als die Welt noch besser war. Es gab keine Syrienkrise. Es gab noch keine Coca Cola Life. Ein unschuldiges, geradezu naives Leben führte man damals, als die Tastatur ihren Dienst aufgenommen hatte, kurz, nachdem ich meinen großen Welterklärungsroman zu Ende geschrieben hatte.

Und damit fällt mir ein: Etwas Großes, etwas Literarisches gar, kann ich auf der staubgrauen Cherry-Tastatur kaum geschrieben haben. E-Mails wahrscheinlich massenhaft, hier und da ein Posting im Blog, vielleicht eine Bestellung oder so. Aber große Literatur? Fehlanzeige! Es war die Tastatur der kleinen Schritte. Keine Experimente, schien sie mit jedem Buchstaben, jeder Ziffer zuu schreien. Ich bin eine hausstaubgraue Tastatur und nicht etwa eine bunte AVID-Tastatur, die träumt, sie sei ein LSD-Trip. Und mehr und mehr hielt ich mich daran. Punkt.

Jetzt aber, seit heute, wird alles anders. Literarische Welten erschließen sich mir, wo sonst Alltagskorrespondenz obsiegte. Eine neue Tastatur ist wie ein neues Leben, möchte man Jürgen Marcus variieren, um dann lauthals ein „schananananana“ herauszuschmettern. 

Cherry Cherry Lady

Sonntag, 1. November 2015

Error 800: The Secret Blog

Diese markante Zahl dort oben in der Überschrift markiert die laufende Nummer dieses Postings im Blog. Wir sind also bei der Nummer 800 angekommen und beglückwünschen uns erst einmal ausgiebig selbst. Seit Januar 2005 liefern wir hier in annähernder Regelmäßigkeit Gedanken, Beobachtungen und Unfug aller Art. Dabei haben wir das Kunststück vollbracht, dieses Blog annähernd geheim zu halten, gemäß der alten Geheimdienstmaxime: Man vesrteckt Dinge am besten dort, wo sie offensichtlich zu sein scheinen: Am Time Square in New York, vorm Kaufhof in Bielefeld oder eben beim Taschenbuchautor. Das liegt natürlich daran, dass dieses Blog dadurch, dass es alles ist, so gut wie nichts ist. Es gibt eine Handvoll Buchrezensionen ("Tod in Turin" ist der "Cocksucker Blues" von Jan Brandt), Neuigkeiten zu The Laughing Man (Stefan hat letzte Woche im Spunk Solo gespielt, weitere Auftritte der ganzen Band sind im Februar geplant), The Ready-Mades (gibt es am 16.11.2015 bei WDR 2 im Radio zu hören - ab 21:05 Uhr!), allgemeine Weltbetrachtungen, Fotos zu Allerheiligen (muss ich gleich noch machen [Edit: Hab ich gerade gemacht!]) und dergleichen mehr. Aber nichts, das sich fassen ließe. Keine persönlichen Statements des Autors, vor dem wir insgesamt sehr wenig nur wissen. Wer ist dieser Herr Gedsudski? Und was treibt ihn dazu, seine karge Freizeit mit Einträgen hier zu vertändeln, sich gar noch selbst zu interviewen. Die Wahrheit ist: Wir wissen es nicht. Die Wahrheit ist aber auch: Macht nichts. Und auch die Antwort auf die Frage, ob dieses Blog eine Zukunft hat, ob es jemals einen tausendsten Eintrag geben wird, ist irrelevant. 

Belassen wir es dabei und feiern, inmitten all der vorgeblich relevanten Dinge, die um uns herum geschehen, die Irrelevanz als mediales Konzept.



Friedhof ohne Gespenstersichtgerät

Mit selbigem.

(Soundtrack: The War On Drugs: Lost In The Dream)