Posts mit dem Label Allerheiligen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Allerheiligen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 1. November 2015

Error 800: The Secret Blog

Diese markante Zahl dort oben in der Überschrift markiert die laufende Nummer dieses Postings im Blog. Wir sind also bei der Nummer 800 angekommen und beglückwünschen uns erst einmal ausgiebig selbst. Seit Januar 2005 liefern wir hier in annähernder Regelmäßigkeit Gedanken, Beobachtungen und Unfug aller Art. Dabei haben wir das Kunststück vollbracht, dieses Blog annähernd geheim zu halten, gemäß der alten Geheimdienstmaxime: Man vesrteckt Dinge am besten dort, wo sie offensichtlich zu sein scheinen: Am Time Square in New York, vorm Kaufhof in Bielefeld oder eben beim Taschenbuchautor. Das liegt natürlich daran, dass dieses Blog dadurch, dass es alles ist, so gut wie nichts ist. Es gibt eine Handvoll Buchrezensionen ("Tod in Turin" ist der "Cocksucker Blues" von Jan Brandt), Neuigkeiten zu The Laughing Man (Stefan hat letzte Woche im Spunk Solo gespielt, weitere Auftritte der ganzen Band sind im Februar geplant), The Ready-Mades (gibt es am 16.11.2015 bei WDR 2 im Radio zu hören - ab 21:05 Uhr!), allgemeine Weltbetrachtungen, Fotos zu Allerheiligen (muss ich gleich noch machen [Edit: Hab ich gerade gemacht!]) und dergleichen mehr. Aber nichts, das sich fassen ließe. Keine persönlichen Statements des Autors, vor dem wir insgesamt sehr wenig nur wissen. Wer ist dieser Herr Gedsudski? Und was treibt ihn dazu, seine karge Freizeit mit Einträgen hier zu vertändeln, sich gar noch selbst zu interviewen. Die Wahrheit ist: Wir wissen es nicht. Die Wahrheit ist aber auch: Macht nichts. Und auch die Antwort auf die Frage, ob dieses Blog eine Zukunft hat, ob es jemals einen tausendsten Eintrag geben wird, ist irrelevant. 

Belassen wir es dabei und feiern, inmitten all der vorgeblich relevanten Dinge, die um uns herum geschehen, die Irrelevanz als mediales Konzept.



Friedhof ohne Gespenstersichtgerät

Mit selbigem.

(Soundtrack: The War On Drugs: Lost In The Dream)

Mittwoch, 5. November 2008

Herbstliche Impression




Seit gestern bin ich krank und kann mich nur noch mit Ibuprofen auf den bleischweren Beinen halten. Herbst halt, der sich gleichwohl heute von seiner angenehmeren Seite gezeigt hat.


P.S. Weil ich so vertieft ins Tippen auf meinem Smartphone bin, ist der blöde Bus gerade an mir vorbei gefahren!

Donnerstag, 1. November 2007

Allerheiligen in der Backstube

Ja, ich lebe in einem dieser Bundesländer, in denen Allerheiligen ein Feiertag ist. Deshalb musste ich heute auch nicht arbeiten. Wenigstens nicht im Büro. Aber leider kann man an so einem Feiertag auch nicht einkaufen. Oder nur an Bahnhöfen und Tankstellen. Na ja, und die Bäckereien machen nachmittags zu, damit die Bäcker die Gräber ihrer Vorväter illuminieren können. Mein Schrecken war daher nicht gering, als ich heute Abend feststellte, dass es kein Brot mehr im Hause gab. Schon sah ich mich morgen früh an ein paar Eisbergsalatblättern herumlutschen, Käse mit Marmelade bestreichen und ähnliche verzweifelte Dinge tun, um mir mein Frühstück nicht versauen. Denn das Frühstück gehört zu den unverzichtbaren Bestandteilen meines Tagesablaufs. Nun schien guter Rat teuer, um mal aus meinem Lieblingsmärchen zu zitieren.

Dann aber fand ich zu meinem Glück einen Würfel Hefe im Kühlschrank. Und der Blick aufs Haltbarkeitsdatum beruhigte mich: Noch drei Tage bis Buffalo! Warum nicht, so dachte ich bei mir, mal wieder selber ein Brot backen, wie in den guten alten Tagen, als ich als junger und vor allen Dingen mittelloser Student auf der Suche nach preiswertem Brot, das auch noch gut schmeckt, irgendwann einfach selber zum Knethaken griff. Andere Männer mögen größere Scheu haben, sich dem Backhandwerk hinzugeben, aber mein altes Vorbild, der Rhythmusgitarrist der Beatles, hatte mir mal wieder der Weg geebnet. Er hatte schon in den 70ern Brot gebacken und bekam damit sogar einen eigenen Beitrag in der BBC-Sendung "Not the Nine O'Clock News".

Einige Jahre vorher hatte er mir schon einmal sehr geholfen. Er hat mir die Schmach erleichtert, die ich erlebte, als mein Augenarzt mir auf brutal ehrliche Weise eröffnete, ich sei a) kurzsichtig und brauche b) eine Brille und könne c) mit Sicherheit in meinem späteren Leben kein Pilot werden. Denn das wollte ich damals noch. Ich träumte davon, mit meiner Boeing 747 der Sonne hinterher zu fliegen.

Glücklicherweise gab es Lennon, der, selber kurzsichtig wei ein Maulwurf, ab 1967 einfach mit der uncoolsten Brille der Welt rumgelaufen war und dadurch unendlich cool wurde. Und wenn ich nicht Pilot werden konnte, dann würde ich eben ein großer Musiker. Danke, John! Schon allein dafür werde ich dich immer lieben!

Zurück zum Brot. Lennon hatte Brot gebacken, also konnte ich das auch. Und während der 90er Jahre brachte ich es zu einer wahren Meisterschaft im Brotbacken.Nicht nur einfache Hefebrote bekam ich hin, sondern ich zog mir schließlich sogar meinen eigenen Sauerteig, um deftige Roggenbrote in allen Variationen zu backen.

In den letzten Jahren bin ich dann leider vom Backen wieder abgekommen. Die Zeit rast ja bekanntlich mit zunehmenden Alter, aber gut Brot will Weile haben.

An diesem Feiertag jedoch, an dem man nicht nur als Bäcker seiner liebsten Toten gedenken soll, backe ich ein Brot, das jetzt bereits im Ofen zu duften beginnt, denke an John Lennon und an die Frau, die mir die Beatles nahe gebracht hat, als ich zwei oder drei Jahre als war. Ich saß auf der Fensterbank mit ihren Beatles-Singles in der Hand, die ein wunderschönes, kräftig grünes Label hatten. Eine davon rotierte auf dem Plattenteller der Musiktruhe, und während sie staubwischte, erzählte sie mir von den vier Männern, die die Welt verändert hatten mit ihrer Musik, ihrem Aussehen und ihren lockeren Sprüchen. Ihre Welt. Und ab diesem Zeitpunkt auch meine.