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Samstag, 18. Juni 2016

Jeder Alltag ist wie Sonntag




Angesichts des Krimis, den ich gerade lese und in dem der Bergische Chor der Eindeutschsänger* eine gewisse Rolle spielt, habe ich mich an den guten, alten Perrecy erinnert - und an seine meisterhafte Eindeutschung nordenglsicher Volkslieder.

Siehe auch hier.

* Bruno Laberthier: Alle Löwen feiern. Remscheid: Gardez, 2016.

Samstag, 22. November 2014

Für einen Tag

Als ich 1979/1980 die Live-Musik für mich entdeckte, sah ich die Wuppertaler Band  die Helden zwei oder dreimal spielen. Ich war begeistert von der frischen Musik und dem abgedrehten Sänger, der mit pfauenschwanzgefächerten Neonröhren auf dem Rücken sang: "Ich bin nur das Neonlicht, doch ihr alle seht mich nicht!" Man könnte durchaus von einem musikalischen Erweckungserlebnis sprechen, das kulminierte in eiem Auftritt der Helden in der besetzten Adler-Brauerei, wo ich als eher zur jüngeren Abteilung gehörender kleiner Penäler zum ersten Mal ausgiebig genoss, etwas so richtig Verbotenes zu tun, nämlich ein wunderbares altes Industiregebäude zu besetzen, das abgerissen weden sollte. (Wenn man sich anschaut, wie es an dem Ort, wo der Adler damals gestanden hat, heute aussieht, dann wird natürlich sehr deutlich, wer damals im Recht war und wer lediglich das Recht auf seiner Seite hatte.)

Wie auch immer, eines Abends spielten die Helden also in der besetzten Brauerei, ein chaotischer Auftritt, bei dem die Polizei dauernd eingriff und gemahnte, bitte die Lautstärke zu reduzieren. Irgendwann, wenn ich mich recht erinnere, wurde das Konzert durch die Exekutive dann auch ganz abgebrochen und endete im Tumult. Es war eben die Zeit zwischen Punk und New Wave, in der Individualismus, ein ästhetischer Widerwillen gegen die Rockmusik der älteren Geschwister und der Vorsatz das korrupte System wenn nicht aus den Angeln zu heben, so doch wenigstens gehörig vorzuführen, eine seltsam kreative Verbindung eingingen. Und diese Verbindung offenbarte sich mir, als die Helden auf der improvisierten Bühne im Adler standen und spielten. Klar kann man alles Mögliche gegen die Helden einwenden. Die Reime waren zuweilen - sagen wir: etwas gesucht. Die Musik war einfach. Aber die Texte trafen trotzdem ins Mark, und die Musik war zwar unkompliziert, aber gerade dadurch entstanden wunderbare raue Melodien, die man den ganze Tag oder die ganze Nacht nicht mehr aus dem Kopf kriegte. Die Songs demonstrierten, zeittypisch, einen stolz zur Schau getragener Dilettantismus. Aber genau das brauchte es ja auch: Sehr her, sagte diese Band, wir spielen nicht nach euren überkommenen Regeln, wir machen unsere eigenen!

Klar wurde das ganz schnell alles überrollt. Das System in den Ausgestaltern Thatcher, Reagan und (abgemildert, aber tendenziell in die gleiche Richtung maschierend:) Kohl schlug zurück, riss den Adler ab, kommerzialisierte die Neue Deutsche Welle, entfesselte den Kapitalismus und hinterließ die 1980er weitgehend (und bis auf wenige Ausnahmenhier hier und da) als moralische und musikalische Trümmerwüste, deren Sinnlosigkeit dann erst durch die Digitalisierung und die Wiedervereinigung übertüncht wurde. Aber das ist eine andere Geschichte. Und die mag ein anderes Mal erzählt werden. Hier jedenfalls sind die Helden endlich, nach all den Jahren:

Und irgendwann gibt es hoffentlich mal "Das Neonlicht" zu hören!

Sonntag, 16. November 2014

Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet

Lange Zeit war auch hier Schweigen, und dieses Schweigen hatte natürlich seine Gründe. Die üblichen waren dabei: Lohnerwebstätigkeiten im üblichen Umfang, eine gewisse Neujustierung in familiären Angelegenheiten, aber auch eine gewisse Rastlosigkeit, die mich davon abgehalten hat, mich für längere Zeit an den Schreibtisch zu setzen, um einen längeren Text zu schreiben, und zudem eine gewisse Ratlosigkeit beim Nachdenken über die Frage, was ich mit meinem verwaisten Blog anstellen soll.Und ehrlich gesagt: Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage gefunden. Als Werbeplattform für meine Lieblingsband taugt das hier auf jeden Fall nichts. Und die Sache mit dem Kalenderwochen-Bloggen hat zwar Spaß gemacht, war aber irgendwie zu zeitintensiv.

Was also tun? Closing it down for good? Das nun wieder auch nicht. Schließlich wird hier regelmäßig gelesen. Und zuweilen eben auch geschrieben. So wie jetzt.

Um ehrlich zu sein: Ich weiß es noch nicht. Ich werde eine Entscheidung fällen müssen. Und dafür habe ich mir bis Ende des Jahres Zeit gegeben. 2015 also wird das Ding hier also durch doe Decke gehen. Oder erst einmal die Pforten schließen. Was auch immer es sein wird: Herzliche Grüße an alle da draußen, die mitlesen. We got a thing going on!





Und noch eins:


Freitag, 3. Oktober 2014

Dichterlesung II: Nachtstadt: Eine Skizze in sieben Gesängen

 
Nachtstadt: Eine Skizze in sieben Gesängen

Nachdem ich im letzten Monat "Abgesang der Lerche" aus dem Erzählungsband Nachtstadt vorgelesen habe, bin ich heute Nacht zwischen Mitternacht und zwei Uhr die zweite Erzählung aus dem Band auf den Pelz gerückt: "Nachtstadt". 

Genau, daher stammt der Titel des wohlfeilen Erzählungsbandes, den man hier bestellen kann. Bei "Nachstadt" handelt es sich um eine mit vielen Zitaten aus der Literatur gespicktes Liebeslied auf großstädtische Sommernächte. Der Weg unterschiedlicher Charaktere durch die Nacht wird verfolgt. 

Schwer zu lesen, wie ich heute Nacht festgestellt habe. Dabei sollte ich eigentlich schon Übung haben. 2008 habe ich den Text schon einmal in ein Mikrofon gesprochen.
Die Erzählung ist unterteilt in einen Prolog und sieben einzelne Gesänge, also in acht Portionen. Un das ist gut so, denn der gesamte Text ist zu lang für Tumblr. Deshalb gibt es die einzelnen Teile hier nacheinander:

Samstag, 6. September 2014

Dichterlesung

Nachdem ich mich lange gefragt habe, wofür Tumblr wohl gut sein könnte, habe ich nun eine Antwort gefunden:

“Abgesang der Lerche”

Diese kurze Geschichte, gelesen vom Autor höchstselbst, erschien erstmals im November 1993 in der dritten Ausgabe der grandiosen Zeitschrift Connewitz. Wiederveröffentlicht in Nachtstadt, eiener Sammlung von Erzählungen, erlebt man hier stereoperspektivisch den Morgen danach.


Ländliche Landschaft



Freitag, 22. August 2014

Jetzt auch Schminktipps


Herr Gedsudski gibt ab heute Schminktipps
Ach, wie gerne wäre ich ein guter Blogger, der jeden Tag spannende neue Posts schreiben könnte über tolle, aktuelle Dinge, vielleicht Schminktipps geben könnte oder so. Aber alas, das funktioniert seit 2005 schon nicht und wird auch bis 2023 nicht funktionieren. Was sind jedoch die Alternativen: Ein Befindlichkeitsblog alla "Wunden zeigen"? Ein Kulturblog? Ein Musikblog? Ein Literaturblog? Ein Tagebuchblog? Wie vor neun Jahren habe ich noch immer keine Ahnung, was genau hier entstehen soll. Und wie vor neuen Jahren ist dieses Stückchen Internet hier ein absoluter Kramladen, ein abgelegener Dachspeicher voller Ideen, Tipps, Statements, größtem Blödsinn und verbalisierten Hilflosigkeiten. Und natürlich Werbung für meine Popband und mein Buch.

Seit ich hier angefange habe zu schreiben, begleiten mich einerseits Begeisterung, andererseits Unbehagen, ein halbwegs öffentliches Tagebuch zu führen und zumindest theoretisch im Blick der Öffentlichkeit zu stehen. Dass diese Öffentlichkeit privater ist als manches Tagebuch in der Schublade, ist ein anderes Thema für einen anderen Eintrag.

Warum tut man sich das also an, ein Weblog zu schrieben, ab und zu etwas in die Tasten zu hauen, von dem man hofft, dass einige Freunde es lesen und mögen - und vielleicht zufällig der eine oder andere Fremde darüber stolpert?

Es ist vor allem so etwas wie eine Selbstvergewisserung, glaube ich. Ein Blog ist so etwas wie ein Klingelschild, auf dem ein paar Sachen stehen, die aber nur etwas symbolisieren - oder vielmehr jemanden symbolisieren. Denjenigen nämlich, dessen Name auf dem Klingelschild steht. 

Übrigens: Wenn man Leser haben möchte, sollte man einen englischsprachiges Blog schreiben. Ich habe das einmal ein halbes Jahr lang gemacht, und die Klickzahlen waren weit jenseits dessen, was dieser Blog jemals wird erreichen können.

Dieses Blog bleibt auf jeden Fall erst einmal wo es ist. Schließlich feiert es im Januar zehnjähriges Jubiläum. Und es bleibt so unaufgeräumt und inkonsequent, wie es war. Das immerhin bleibt als Konstante. 

Ach ja, die Schminktipps, die es jetzt vielleicht gibt, die sind natürlich ganz neu.

Ein dunkler Rot-Ton auf den Lippen
unterstreicht die Aura der Augenpartie!

Montag, 16. Juni 2014

Das neue Laughing-Man-Album ist da



Wir haben sehr lange und sehr hart daran gearbeitet. Und sind auch ein kleines bisschen stolz. Jetzt ist es endlich da. Pünktlich zu Bloomsday kommt das neue Album von The Laughing Man: "Midnight Voice".

Und so kommt ihr dran:

Herunterladen bei iTunes
 

Herunterladen bei Amazon

Herunterladen bei Bandcamp

CD frei Haus bestellen 
 
Und natürlich auch bei Spotify

Montag, 20. Januar 2014

Der Arno wird heut' hundert Jahr

Herzlichn Glückwunsch, A:no!

Der Geburtstagsartikel in der FAZ beweist einmal mehr: Dietmar Darth weiß viel, vermengt aber einiges, was nicht zwingend zusammengehört, und kann leider nicht gut schreiben.

Sonntag, 19. Januar 2014

Vermischtes #1

Die Wirkung des Gifts hat nachgelassen,
verblasst mit jeder Stunde,
was schlimm ist, weil es ein Gegengift war.

Im Kopf "Gnade" von David Floyd. Auf seiner Homepage kann man den Song kostenlos herunterladen bzw. das Album, das mit diesem Song schließt, ein genialer Schlinger-Ritt zwischen Pathos und Wahnsinn.

Würde man das Lesen als Vorgang mit Sex vergleichen, was wäre dann das Lesen eines digitalen Textes auf einem E-Book?

"Es ist ein einförmiges Ding um das Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bisschen, was ihnen von der Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, dass sie alle Mittel aufsuchen, um es loszuwerden."

 Oder eben so (aus der zweyten ächten Auflage von 1775 bzw. aus dem Google-E-Book:)



Und den hier noch:

"Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt, Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation sind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten, zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren." Goethe, Brief an Zelter, 6.6.1825

Ich gehe jetzt mal schlafen.

Donnerstag, 7. November 2013

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Da capo al fine

In einer schneereichen Winternacht im Februar 1910 wird in England ein Baby geboren – und stirbt gleich wieder, weil sich die Nabelschnur um seinen Hals gewickelt hat und der herbeigerufene Arzt, der es retten könnte, in Schnee feststeckt. 

In einer schneereichen Winternacht im Februar 1910 wird in England ein Baby geboren – und weil sich die Nabelschnur um seinen Hals gewickelt hat, muss der Arzt, der sich mühsam durch den Schnee gekämpft hat, schnell die Nabelschnur durchtrennen. Das Baby überlebt und bekommt den Namen Ursula.

Kate Atkinsons Roman Life After Life spielt das gleiche Leben immer wieder durch. Aber es ist jedes Mal ein anderes Leben. Ursula Todd, so heißt der im Februar 1910 geborene Säugling, durchlebt viele Leben, die sich irgendwie und irgendwo zwischen 1910 und 1967 abspielen Oft jeweils nur um eine Nuance verändert, läuft jedoch alles in eine komplett andere Richtung. Mal studiert Ursula, mal beschränkt sich die Ausbildung auf einen Steno-Kurs. Mal stirbt sie bei einem Luftangriff auf London. Dann sehen wir sie, wie sie mit einem Kind im Arm im zerbombten Berlin von 1945 stirbt. Schließlich sehen wir sie durch das London des Jahres 1967 spazieren. 

Diese wiederholten Leben funktionieren ein bisschen wie ein Computerspiel. Wenn man zum zweiten Mal an die gleiche Stelle kommt, dann reagiert man schlauer als beim ersten Mal. Aber dadurch entstehen anderswo wieder neue Probleme.  


Ursula weiß nicht, dass sie ihr Leben zum x-ten Mal lebt. Aber sie ahnt es. Und deshalb schicken ihre Eltern sie zum Psychiater, der ihr von Reinkarnation und Widergeburt erzählt. Und so laufen die Leben schließlich nicht nur nach- bzw. nebeneinander ab, sondern dann und wann laufen sie auch ineinander. 


Am Schluss gibt es natürlich auch eine sehr realistische Erklärung für das, was da eigentlich passiert. Und man hat es auch schon geahnt beim Lesen. Aber es ist nur eine Erklärung, nicht die einzige. Vieles bleibt offen, viele Anspielungen verweisen auf andere Literatur, genannte und ungenannte. Dieser Roman ist, um es man mit Deleuze auszudrücken, ein wahres Rhizom.

Ins Spiel mit Fiktionen, mit Versionen und Visionen eingebettet ist die Frage, die sich wohl jeder englische Autor irgendwann stellt: Was wäre gewesen, wenn es Hitler nicht (mehr) gegeben hätte. Dieser Teil ist der, der am uninteressantesten ist. Diese Frage hängt einem zum Hals heraus, und außerdem hat Stephen Fry schon alles dazu geschrieben, was zu schreiben war.


Ansonsten aber ist der Roman gelungen. An manchen Stellen, vor allen jenen, die in Deutschland spielen, merkt man, dass Atkinson so sehr darauf brennt ihre recherchierten Fakten unterzubringen, dass das Erzählen an einer oder zwei Stellen zusammenzubrechen droht. Für mich als männlichem Leser hätte auch das Familiengedöns ein bisschen weniger sein können. Aber sonst ist Atkinson auf der Höhe ihres Könnens. Und obwohl es alles, was Life After Life bietet, irgendwo schon einmal gab in der Literaturgeschichte, ist dieser Roman etwas Neues. Zudem sorgt er dafür, dass man auch nach dem Lesen immer wieder an Ursula Todd und ihre vielen Leben hintereinander denkt. Und das mit das Beste, was man über einen Roman überhaupt sagen kann.
 

Kate Atkinson: Life After Life. London: Transworld, 2013. £ 9,99 

Vgl. auch hier.


Sonntag, 5. Mai 2013

Lass mich mit dem Morgen gehen

Nachdem ich neulich versucht habe zu erklären, wie "With the Morning" (an den Originaltitzel kann ich mich nicht mehr erinnern) seinerzeit geklungen hat, und dabei ziemlich gescheitert bin, habe ich tagelang nach einer alten Aufnahmen davon gesucht. Die gibt es nämlich, irgendein Livemitschnitt war das. Aber ich habe sie nicht mehr gefunden. Also habe ich es im Schnelldurchgang aufgenommen. Der Text ist nicht mehr ganz das, was er mal war, und das genaue Arrangement ist auch irgendwie weg. Aber es ist noch nah genug am Original, um eine Vorstellung davon zu kriegen.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Thinking About You: The Visual Turn

Was macht man, wenn man eine Nacht lang Zeit hat und auf der Festplatte ein paar Filmschnipsel? Genau, das was man schon immer mal machen wollte: Ein Video zum The-Laughing-Man-Song "Thinking About You". Der ist aus dem Jahre 2006, also das Produkt einer anhaltenden Indentitätskrise. Aber ich mag den Song bis heute, weil er ziemlich abgedrallert daherkommt. Und weil es so ein Kino-im-Kopf-Stück ist, wollte ich imemr mal ein Video dazu machen. Ein abgefahrenes Video, versteht sich. Gestern Abend nun räumte ich meine Festplatte auf. Und dabei fielen mir einige Filmschnipsel von The Laughing Man in die Finger. "Jetzt oder nie", dachte ich bei mir, startete mein Filmschnittprogramm und ... schnitt. Am Ende der Nacht war dann das hier fertig. Klar, man könnte hier und da als Profi sicherlich noch mehr herausholen. Aber mir gefällt es. Auch der Film ist Kopfkino. Aber auf eine andere Art und Weise.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Antigone und ihre Tiere 2

Moritz F. sendet zum Thema "Antigone und ihre Tiere" folgende Illustartionen ein:



Er schreibt:
"Zu ungefähr gleicher Zeit, aber an anderem Ort und ohne Kenntnis des muss die im Bild 1 gezeigte, etwas minimalistischere Version entstanden sein. Man beachte die Titelergänzung!
 Etwas ausgefeiltere Darstellungen finden sich dann bei Molière (Bild 2). Die künstlerische Gesamtleistung ist wohl nicht allzuhoch zu bewerten, und auch was den Musikgeschmack betrifft zeigt der Gestalter noch keine große Reife. Langeweile war wohl in jedem Fall mit im Spiel."

Erkennbar ist auf jden Fall auch hier die bekannte Neue Wuppertaler Schule der frühen 1980er Jahre.

Wer das Thema vertiefen möchte, mag dies hier tun: 

Sonntag, 17. April 2011

Sometimes I Belive in Zimmerman

Im Moment macht Bobby Dylan ja so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, lässt sich in China die Setlist zensieren und mutiert auf seine alten Tage fast noch zu einem amerikanischen Udo Lindenberg. Aber schöne Songs für den Fall, dass einen alles ankotzt, hat er ja schon geschrieben. Ich denke an solche Perlen wie "Idiot Wind" beispielsweise.
Oder wenn einem die Welt vorkommt, als sei man in einem seltsamen Land, in dem man weder Sprache noch Bräuche versteht. Auch dann ist Dylan derjenige, der so etwas in passende Worte fassen kann:

"Well, the last thing I remember before I stripped and kneeled
Was that trainload of fools bogged down in a magnetic field
A gypsy with a broken flag and a flashing ring
He said, Son, this ain't a dream no more it's the real thing."
"Señor"

Donnerstag, 6. Januar 2011

The Laughing Man: Wish You Were Here



Angereichert mit alten Fotos aus der entsprechenden Zeit und ein paar neueren, kommt hier das Cover eines immer noch großartigen Songs aus dem Jahr 1987 von den Immaculate Fools, interpretiert von The Laughing Man.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

(Noch einmal) Von vorne

Ich weiß noch, wie ich damals, am 17. November 1980 zum Plattenladen meines damals noch leicht zu gewinnenden Vertauens lief, um mein Taschengeld in die pressfrische Double Fantasy zu investieren. Ich weiß noch, wie ich dann zu Hause saß. Nein, ich war nicht enttäuscht, aber mein Enthusiasmus bekam schon den einen oder anderen Sprung beim ersten, zweiten und dritten Hören. Ab dem zehnten Hören gefiel mir das Album dann, abgesehen vielleicht von einigen Ausfällen, die wirklich, wirklich schlimm sind und bleiben ("Beautiful Boy" gehört dazu, "I am Your Angel" auf jeden Fall auch.) Anderes aber war gut.

Ich konnte mit amerikanischen Musikproduktionen ja nie wirklich viel anfangen. Doch hier war dieses Disco-bzw. Plastikmäßige, diese synthetisch klingenden satten Bässe und sterilen Bläser irgendwie zu einem Kunstwerk geworden. Nicht, dass das Album nicht hundertmal besser gewesen wäre, wenn man es in England produziert hätte. Aber Lennon-Songs sind eben nicht kaputtzukriegen, und den Yoko-Songs tat dieser ganze Disco-Kram ohnehin gut.

Im Rahmen der großen Geldverdienerei anlässlich des 70. Geburtstages und 20. Todestages sind alle CDs von Lennon mal wieder remastert worden, wie alle drei Jahre etwa. Neu ist die sogenannte "Double Fantasy Stripped Down", bei der man einen großen Teil des Discokrams von damals wieder rausgemischt hat. Ganz rausmischen konnte man ihn natürlich nicht. Der Bass klingt halt wie er klingt. Aber Gitarren und Gesang sind vorne und das Album bekommt durch die Entschlackungskur tatsächlich eine neue Qualität. Fast alle Lennon-Songs gewinnen, auch wenn für meinen Geschmack der Gesang viel zu laut abgemischt worden ist. Dass (fast!) alle Ono-Stücke verlieren, war mir eigentlich schon klar, bevor ich die CD letzten Samstag erworben habe.

Mein erstes Lennon-Album seit, ich glaube, sechs Jahren. Und erstaunlich ist: Es hat sich gelohnt und läuft seit einer Woche auf schwerer Drehung. Zwar ist "Beautiful Boy" noch immer übel, aber Stücke wie "(Just Like) Starting Over" oder "Cleanup Time" sind in der neuen Fassung schon ziemlich grandios. Und sogar ein oder zwei Yoko-Ono-Stücke glänzen noch. Aber ich verraten nicht welche das sind.

Mittwoch, 19. Mai 2010

One of My Bad Days

Lassen Sie es mich so ausdrücken, hübsche Leserin, geneigter Leser: Dass ich in den letzten Tagen uind Wochen hier eher selten mich zu Wort melde, hat seinen Grund natürlich in erster Linie in einer Form von Zeitmangel, die mit meiner gegenwärtigen Lebensführung zu tun hat, die weder eine gesunde, noch eine nachahmenswerte ist, sondern sich aus einer gewissen Form des gegenwärtigen Zustands der Gesellschaft ergibt. Mit dieser ist es bekanntlich nicht zum Besten bestellt, und auch ich bin ein bisschen runter im Moment. Aber "Don't look so frightend, this is just a passing phase, one of my bad days", wie es auf jener Platte heißt, die einigen Leuten mal als der Soundtrack zu den 80er Jahren der vergangenen Jahrhunderts galt. Das war sie natürlich nicht. Aber das gehört beiläufig in die Glutenkiste, um mal anderswo zu zitieren. Gerade fahre ich übrigens über den Rhein bei Köln, und draußen geht gerade eben prächtig die Sonne unter. Jetzt ist es allerdings dunkel, weil ich im Bahnhof stehe, bzw. ich sitze, aber der Zug, in dem ich das tue, steht. Über mir leuchtet allein die "Echt Kölnisch Wasser"-Reklame von 4711, obwohl wir ja alle wissen, dass das mit dem echten Kölnischen Wasser so eine Sache ist.
Nun, ich schreibe eine Menge Unsinn und werde besser mal die "Post veröffentlichen"-Taste drücvken, bevor ich noch mehr Schrott schreibe. Wollte eigentlich auch nur mal kurz "Hallo" sagen.
Ach ja, das neue Laughing-Man-Album kommt jetzt auch erst im Sommer, weil ich zu nix komme. Aber es kommt. Und es wird großartig. Das beste Laughing-Man-Album ever.
So, nun beende ich diesen Beitrag hier aber wirklich.
Jetzt fahre ich schon wieder über den Rhein. Was wenn der Rhein der Styx wäre und Köln der Hades. Dann wäre ich jetzt wiedergeboren worden. Schönen guten Abend!