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Sonntag, 16. Dezember 2012

Thinking About You: The Visual Turn

Was macht man, wenn man eine Nacht lang Zeit hat und auf der Festplatte ein paar Filmschnipsel? Genau, das was man schon immer mal machen wollte: Ein Video zum The-Laughing-Man-Song "Thinking About You". Der ist aus dem Jahre 2006, also das Produkt einer anhaltenden Indentitätskrise. Aber ich mag den Song bis heute, weil er ziemlich abgedrallert daherkommt. Und weil es so ein Kino-im-Kopf-Stück ist, wollte ich imemr mal ein Video dazu machen. Ein abgefahrenes Video, versteht sich. Gestern Abend nun räumte ich meine Festplatte auf. Und dabei fielen mir einige Filmschnipsel von The Laughing Man in die Finger. "Jetzt oder nie", dachte ich bei mir, startete mein Filmschnittprogramm und ... schnitt. Am Ende der Nacht war dann das hier fertig. Klar, man könnte hier und da als Profi sicherlich noch mehr herausholen. Aber mir gefällt es. Auch der Film ist Kopfkino. Aber auf eine andere Art und Weise.

Samstag, 13. Februar 2010

Gehegemann ist dran

Anlässlich der Helene "was kommt aus dem Gehege deiner Zähne" Hegemann darüber nachgedacht, dass im deutschen Feuilleton noch immer diese Mischung aus Hochmut und Anhnungslosigkeit herrscht, die auch die Publikationen der Kaiserzeit und des 3. Reiches schon bestimmten. Eigentlich wollte ich darüber etwas schreiben, aber das lohnt die Mühe nicht. Stattdessen zitiere ich (mit Quellenangabe!) aus einem Kommentar von Jörg Sundermeier in der taz:

Es scheint, als vergäße mancher Rezensent, kaum dass er für ein Zeilenhonorar über einen Roman nachdenken soll, sein Studium der Literaturwissenschaft, als verblöde er dabei. Helene Hegemann hat diesen Zustand der Literaturkritik, ob gewollt oder nicht, aufs Schönste vorgeführt. Ja, sie ist eine Plagiatorin. Sie ist, wie manche ihrer Kolleginnen und Kollegen, mit den Paragrafen des Urheberrechts nicht recht vertraut und wollte es wohl auch nicht so genau wissen. Jetzt darf sie sich ertappt fühlen, und sie hat sich für ihren Fehler ja auch schon entschuldigt.

Das Feuilleton aber, das Helene Hegemann nun unter Dauerbeschuss nimmt, sollte sich für seine dummen Lobhudeleien und Schmähungen, die beide nichts über das Buch aussagen, schämen. Doch das Feuilleton schämt sich nicht. Es macht einfach weiter.

Donnerstag, 23. April 2009

In the Hood / A Streetcar Named ICE

Das macht wirklich großen Spaß: Sich sein neues Viertel zu erlaufen, diesen Laden zu entdecken, jenen Änderungsschneider zu finden. Dazwischen taucht hier eine architektonische Sonderbarkeit oder dort ein lanschaftliches Schmankerl auf. Obwohl ich viel und angestrengt arbeite, ist sowas auch immer ein bisschen Urlaub.

Toll war auch die nahezu historsche Straßenbahn, die von einer jungen Fahrschülerin mit mindestens 60 Sachen über runpelige Schienen gescheucht wurde: gefühlte 600 km/h. Alle kuckten panisch, nur der würdig ergraute Fahrlehrer, der in der offenen Fahrertür lehnte, blieb ruhig und lächelte nachsichtig: Ach ja, die Jugend!

Dienstag, 17. Februar 2009

Godley & Creme Revisited

Vor einigen Jahren lief ich durch Valetta. Und aus den Tiefen meines Gehirns kam "Get Well Soon" hervor, ein Song, den ich seit Jahrzehnten nicht mehr gehört hatte, aber er war da, und zwar auf eine erstaunlich klare und realistische Art und Weise, als wäre er gerade aus irgendeiner Musikbox einer der morbiden Kneipen in La Valetta gedrungen. Meine Begleiterin schaute mich verstört an, als ich ihr vorsang: "I tune the dial to Radio Luxembourg, it's better than counting sheep." Und nach und nach kamen all die anderen Godley & Creme-Perlen aus meinem Unterbewusstsein: "Mugshots", "Freeze Frame", "Brazilia" und "Snack Attack". Sie standen mir vor Ohren, als hätte ich sie alle gerade erst gehört.

Nachdem wir das morbide südliche Ende Europas wieder verlassen hatten, kramte ich in meiner alten Musik-Sammlung und fand auch die BASF-Kassette (billigste Kategorie), von der ich diese ganzen Hits damals offenbar aufgesogen hatte - ich erinnere mich nicht mehr, wer mir die Sachen damals "überspielt" hatte - , doch sie war unhörbar. Nur fernes dumpfes Mumpfen ließ sich noch vernehmen. Und es gab keine Chance, die Stücke noch einmal zu hören - oder gar meiner Begleiterin vorzuspielen. Auch meine Suche nach Platte oder CD brachte keinen Erfolg. Die Sachen gab es einfach nicht. Nicht, dass ich sie mir unbedingt hätte kaufen wollen. Aber manchmal ist es ja beruhigend, wenn man weiß, dass der Weltgeist ein paar Dinge mit sich weiter durch die Zeit trägt, und wenn man denn mal Lust hat, sich näher mit der Sache zu beschäftigen, dann kann man das auch.

Nun, Godley & Creme waren auch nicht so richtig erfolgreich. Nachdem die beiden Musiker ihre Band 10cc verlassen hatten - genau, die mit "Dreadlock Holiday" und "I'm Not In Love"! -, waren sie eigentlich eher chronisch erfolglos. Dennoch ging ein merkwürdier Charme von den beiden Musikern aus. Ich erinnere mich daran, dass ich mit einem wohl Bekannten gemeinsam ein oder zweimal auf einer Party als Godley & Creme reüssierte, was hier und da für staunendes Interesse sorgte. Aber ich schweife ab. Was ich sagen wollte, war: Es war nicht verwunderlich, dass es keine Tonträger mehr von Godley & Creme mehr gab, denn die Beiden waren ziemlich erfolglos geblieben, in etwa so erfolglos wie ihre scheinbar großartige Erfindung, der Gizmo.

Woran das lag? Es hatte den gleichen Grund, aus dem die Songs nach Jahrzehnten wieder in meinem Kopf auftauchten. Godley & Creme waren groß darin, Popmusik zu dekonstruieren. Das führte zu unhörbaren Stücken, zu überladenem Unsinn und verdrehtem Trash, aber auch zu dem Effekt, dass manche Songs so neu waren, das der Kopf sie über Jahre hinweg behielt und an den unmöglichsten Stellen anfing zu spielen - und sie gleichzeitig zu lieben.

Letzte Woche war ich aus literarischen Gründen bei Amazon.co.uk unterwegs, und da gab ich, mehr so zum Spaß, "Godley" ins Suchfeld ein. Und es passierte: Freeze Frame und Ismism, exakt die beiden Alben, die ich auf meiner fading Cassette hatte, gab es als Doppel-CD für 4, 88 Pfund. Schon gekauft! Beim derzeitigen Wechselkurs machte das inklusive Auslands-Versand 8,33 Euro für die beiden CDs. Danke, ihr englischen Bänker und britischen Währungshüter.

Heute kam das Päckchen dann. Und nun höre ich gerade diese beiden Alben das erste Mal seit den frühen 80er Jahren wieder aus einer anderen Quelle als aus meinem Kopf, dem besseren WalkmanTM. Zum Teil wirklich unhörbar, vor allem einige Titel auf Freeze Frame. Aber auch die oben genannten Perlen. Nebenbei die Erfindung des Rap ("Snack Attack") und einiger anderer Dinge, die in der Popmusik z.T. erst Jahrzehnte später aufgetaucht sind. Dann ist da immer der leichte Hang zum Bombastischen. Aber bevor es zu schlimm wird, zerstören Godley & Creme ihren Song schnell mal.

Und dann die Texte ... Aber das ist ein anderes Thema

Mittwoch, 3. Dezember 2008

So Lonely

Über die Lustischkeit einer Zwiebelfisch-Kolumne mag man geteilter Meinung sein. Oder auch nicht. Heute aber hat sie mir ein neues Lieblingswort beschert: Personenvereinzelungsanalage. Ist angeblich Amtsdeutsch für das Drehkreuz, jenes Ding also, das einen als Kind im Supermarkt immer fast dekaptiviert.

Schöne Vorstellung, was man mit so einer Personenvereinzelungsanlage alles machen könnte: Ihre Flamme hat den Falschen gewählt? Der Nebenbuhler hat gewonnen? Spendieren Sie den beiden jung Verliebten doch einen Einkaufsgutschein für den Supermarkt. Ihre Schwester nervt? Die Schwiegermutter ist unausstehlich? Ab zu Aldi! Wieviele Leute man dort verteinzeln könnte. Ein Traum! Und zu Neonazi-Demos nimmt die Polizei demnächst ein - äh - Drehkreuz mit. Schwupp - im Kreuzumdrehen hat man alle Demonstranten vereinzelt und kann in Ruhe die Personalien feststellen. Na gut, bevor wir jetzt weiter Richtung Seyfried abdriften, machen wir diesem Beitrag ein gnädiges --- Ende.

Samstag, 15. November 2008

Herbstliche Impression III

Ein Auge ist zugekniffen. Das andere blickt an die Zimmerdecke: Seltsame Schatten flackern umher. Im Raum verteilen sich Geräusche. Frauen- und Männerstimmen reden durcheinander. Aber es gelingt mir nicht, mich auf ein Gespräch zu fokussieren. Es ist wie beim Ende der ersten Seite dieses grausamen Pink-Floyd-Albums, Wish You Were Here. Eine Frau in einem leuchtend blauen Kleid lächelt mir zu. Ich greife ein weiteres Glas Weißwein, viel zu warm, wie immer auf solchen Empfängen. Ich denke an mein Buch, an Gespenster und die Einsamkeit im Krieg. Der Wein schmeckt nach Salzstangen. Riesling wahrscheinlich. Die Cellistin in der Ecke wird von allen überhört. Es ist wie immer.

Donnerstag, 18. September 2008

Woher ich komme und wer ich bin

Zwei interessante Möglichkeiten um zu sehen, wo der Nachname und der Vorname am häufigsten auftaucht. Bei mir hätte ich das auch vorher wissen können!

(via croco und Kaltmamsell)

Freitag, 27. Juni 2008

Hohlspiegel


Manchmal wäre Korrektorat nicht so schlecht, oder?

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,562508,00.html (27.6.2008)

Donnerstag, 24. April 2008


(Quelle: Financial Times, Datum vergessen)

Montag, 17. September 2007


Habe ich schon mal erwähnt, dass diese Band mir seinerzeit meine Diss gerettet hat? Das ist zugegebenermaßen schon etwas länger her, und vieles, was die drei Leutchen seither gemacht haben, ging ziemlich weit an mir vorbei. Dieses Filmchen aber hat etwas Bestechendes, finde ich. Und stelle es hier direkt auch als Erinnerung hin an jemanden, der heute Geburtstag hat und die Originalkünstlerin seinerzeit sehr mochte.

Freitag, 31. August 2007

Literarisches Strandgut

Heute im Rahmen meiner Buslektüre bei O.Henry gefunden:

Women are the natural enimies of clocks.

Der Satz enthält, von welcher Seite aus man ihn auch betrachtet, eine gewisse Wahrheit.