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Sonntag, 22. November 2015

Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet

Habe ich hier schon einmal über meine Zweitband geschrieben? Eigentlich meine Erstband, weil wir seit 25 Jahren zusammen spielen. Mit Unterbrechungen, allerdings. Die Band heißt The Ready-Mades, und jetzt kann man diese Band wählen. Und zwar nur noch bis heute Nacht, im Rahmen einer WDR2-Sendung, die Montag Abend läuft. Und der Song, der die meisten Stimmen bekommt, wird morgen Abend dann gespielt.

Es wäre also äußerst nett, wenn Ihr für den Song "Red Moon" von The Ready-Mades Eure Stimme abgeben würdet. Wählen kann man hier: http://www.wdr2.de/musik/szenenrw/index.html.

Und wenn Ihr den Song noch einmal in aller Ruhe hören wollt (natürlich kostenfrei) – oder gar unser Album kaufen wollt (nicht kostenfrei, aber für einen Spottpreis): Das alles könnt Ihr hier machen: http://the-ready-mades.bandcamp.com/track/red-moon

Aber jetzt ran. Und wählen, wählen, wählen!

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Montag, 14. Juli 2014

World Peace Is None Of Your Business

So, nachdem ich mir heute das neue Album von Morrissey angehört habe, weiß ich: Es ist mit Abstand nicht so gut wie das neue Laughing-Man-Album. 

Die Musik ist wieder hörbarer geworden, Melodiebögenwieder etwas besser erkennbar als auf den beiden Vorgängeralben. Die Band rumpelt wie immer, der neu eingestiegene Gustavo Manzur allerdings, seines Zeichens Multiinstrumentalist, bereichert die Musik um einige nicht ganz uninteressante Aspekte wie Posaune, Flamenco-Gitarre und Akordeon. Die Produktion ist etwas rockiger geworden, aber das geht in Ordnung.

Die Reichweite der Texte zwischen genialisch und geht so lassen sich schon mit einem Text abstecken: "Kick the Bride Down The Aisle" hat zum Beispiel diese wunderbare Textstelle:

"You're that stretch of the beach 
That the tide doesn't reach 
No meaning, no reason 
The lonely season."

Aber eben auch das:

"Kick the bride down the aisle 
Look at that cow in the field 
It knows more than your bride knows now."

Das ist zwar Rollenlyrik aus dem Mund einer betrogenen Geliebten oder eines betrogenen Geliebten, dessen oder deren Ex gerade vor dem Altar steht - die klassische Reifeprüfungs-Szene halt - aber das macht es nicht wirklich richtig gut. Auch Weltpolitik gerinnt in Morrisseys Texten manchmal zu Klischees. Das hört sich dann an wie in alten BAP-Texten, nur viel unreflektierter. 

Alles in allem aber kann man sich das Album durchaus anhören. Und wenn man sich dann noch steigern möchte: Hier!


Dienstag, 24. September 2013

KW 38/2013

Das übliche Warten auf unbequemen Sitzen am Flughafen. Den Duty Free Shop zum dritten Mal durchgekämmt  //  Das Flugzeug deszendiert auf pulsierende rheinische Großstädte im Abendlichtt. Das hat durchaus etwas Schönes. // Koffer auspacken, um den Koffer direkt wieder einzupacken. // Im IC vorbei an der Loreley. Ich weiß, was es bedeuten soll. // Mainz im Nieselregen. Inside and outside of literature. // Im IC vorbei an der Loreley, an vermüllten Kölner Hinterhöfen. // E-Mail-Marathon-Lesesitzungen. // Orgeln zu Hause. Orgeln auf der Bühne. Bevor ich die Gitarre als Instrument entdeckte, wollte ich hinter einer dicken B3 sitzen und diesen wundersamen Lautsprecher kreiseln lassen. // Besuch aus Berlin. // Brüderle raus, Schwesterle Kanzlerin. Spannung, wem sie ihr uneingeschrenktes Vertrauen ausspricht.




Mittwoch, 25. Juli 2012

All Things Must Pass

Aus der Serie: Wiederbegegnung nach Jahrzehnten (1)

Augepackt nach sehr langer Zeit habe ich das unhandliche Pappalbum All Things Must Pass von George Harrisson, und nach all der Zeit war ich redcht positiv überrascht. Es sind doch viel mehr gute Songs drauf, als ich in Erinnerung hatte. Zwar hat die meisten Meister Spector kaputtproduziert, aber die Songs sind robust. Allen gemeinsam ist aber eine tiefsitzende Melancholie, ein Hauch von Vergänglichkeit - oder vielmehr der Angst davor. Aber der deutet sich ja auch im Titel schon dezent an.

Montag, 10. August 2009

On the Air

Eine der besten Bands der frühen 90er des vorigen Jahrhuderts kann man jetzt endlich auch auf lastfm hören! Endlich gute Musik! (Hier klicken!!!)

Donnerstag, 30. Juli 2009

King of Schrott

Letzter Schultag. Draußen fahren die Kids vorbei, aus dem Gerät formerly known as Autoradio dröhnt "Beat It" in einer Affenlautstärke. Ich komme mir vor wie im Zeittunnel. Unglaublich, dass ausgerechnet dieser Müll es in die übernächste Generation schafft.

Montag, 19. Januar 2009

Fame

Ich habe Daniel Kehlmanns Buch Ruhm (Rowohlt, 18,90 Euro) mit großem Genuss und am Stück gelesen. Dass ich dabei immer Bowies "Fame" im Hinterkopf hatte, war allerdings ein lästiger Nebeneffekt. Das Buch ist gut zu lesen, unterhaltsam, amüsant, zuweilen witzig (vor allem der Satz über die Schweiz) und kunstvoll gemacht in der Art, wie die neun Geschichten miteinander verwoben sind, sich gegenseitig spiegeln, ergänzen und in Frage stellen. Und wenn keiner mehr weiter weiß, dann kommt ein schleimiger Autodieb ins Spiel, ganz so wie in Monty Pythons Das Leben des Brian die Außerirdischen ... Ein schönes Buch. Nichts besonders Neues. Man erkennt Pynchon, Salinger, Nabokov und all die anderen Helden, die auch bei immer in der ersten Regalreihe stehen. Ein beachtliches Buch!
Störend ist allein der sprachlich völlig verunglückte Versuch in die Foren-Szene einzusteigen. Das Kapiel "Ein Beitrag zur Debatte" glänzt durch eher schlecht abgekuckte (und dadurch manchmal peinlich wirkende) Verunstaltungen einer vollkommen korrupten Internet-Szenensprache.
Doch auch damit bleibt es ein gutes Buch, dem der aktuelle Platz 1 in der Amazon-Verkaufliste (und bald wohl auch an anderen Orten) gerne gegönnt sei. Kehlmann ist einer der Guten zwischen vielen Blöden.