Als ich neulich schnaufend die übliche Jogging-Runde
absolvierte, spuckten mir die dort noch versammelten Kastanienbäume (seit Pfingsten
ist es einer weniger) ihre sämtlichen Kastanien vor die Füße. In einer anderen
Ecke des Waldes lagen Haselnüsse herum, ein Stück weiter dann zahllose Eicheln.
Nicht ganz so rücksichtsvoll waren die Buchen, die es schafften, mir eine Salve
Bucheckern ins Gesicht zu feuern und damit meine bis dahin durchaus mögliche Jahresbestleistung
zunichte zu machen, obgleich ich nur Neffen habe.
Mit anderen Worten: In der
Natur materialisiert sich der Herbst, zurzeit noch von seiner besten Seite,
nämlich der, die an den Sommer anschließt. Aber das dicke Ende wird kommen, da
lässt sich nicht drum herum reden. Man ist ja immer versucht Rilke zu zitieren,
wenn es um den beginnenden Herbst geht, aber in diesem Jahr soll es reichen,
wenn ich ihn kurz einmal erwähne. Der Rest läuft dann sowieso in Ihren Köpfen
ab. Denn so funktioniert das ja mit Literatur. Das ist wie Sex. Man muss nur
etwas im Menschen antriggern, und der Rest läuft dann so.
Aber ich komme vom Thema ab: dem Herbst. In diesem Herbst
steht einiges auf der Agenda. Das fängt an bei „reich und berühmt werden“ und
geht weiter mit „bleibende Werte schaffen“ und „unendlich viel Spaß haben“. Mal
kucken, was davon ich als erstes angehen.
Apropos kucken. Letztlich schrieb mir doch jemand, man
schreiben kucken nicht so, wie ich es schriebe. Sondern natürlich mit g. Dem
konnte ich aber natürlich lächelnd widersprechen. Denn auch im Duden wird
kucken als norddeutsche Variante von „gucken“ akzeptiert. Und ich sage nun mal „kucken“
und nicht „gucken. (Hören Sie mal hier die Tonwiedergabe von „gucken“!
Klingt echt nicht so, wie ich spreche.) Das soll natürlich nicht heißen, dass
ich fortan oda grunsätzlich schreibe, wiech spreche: chbin ja nicht Aano
Schmit. Aber bei k/gucken hat man ja nun die Wahl, und ich, verehrte
Leserschaft, habe die Meine getroffen. Tun Sie nun das Ihre.
Under a spreading chestnut-tree The village smithy stands. |
1 Kommentar:
"Letztlich"? Das ist Jahre her, dass ich an deinem "kucken" rumgemäkelt hab! Aber es ist wohl wie bei deinem "Herbst- Rilke" Beispiel. Du mußt nur "kucken" schreiben und schon gleich meldet mein Hirn: "Man schreibt "gucken", nicht "kucken"!" Bisweilen bin ich da ganz schön kleinlich- oder eben einfach nur fränkisch;-)
Einen wunderschönen Herbst wünscht dir K(ay)
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