Sonntag, 11. Februar 2007

(Sich) Wandeln in finsterer Nacht II

So, nun ist es aber wirklich Zeit sich zu verabschieden aus der Blue Bar. Ich hoffe, dass es Lösungen gibt. Geben wird. Problemlösungen. Für mich, für alle, für die vertrackte Schöpfung. Ich würde mich sehr freuen, wenn es Lösungen geben würde, nicht nur um meinetwillen. Inzwischen könnten wir ein Eis essen gehen oder etwas anders Nettes. Oder wir revoltieren ein bisschen im Schatten der Innenstadtlichter. Meditieren, rufen uns selbst zu Ruhe, zu Ruhe & Gelassenheit(TM). Wir gründen Banden oder Bands. Oder schreiben die Welt in Bücher. Ja, das sollten wir machen. Besser ist, wir schreiben die Welt in Bücher. Gute Nacht, liebe Leser. Gute Nacht, liebe Barbesucher, Nachtgäste, Trinker im Herrn. Ich verabschiede mich mit Patti Smith im musikalischen Stammhirn.

(Sich) Wandeln in finsterer Nacht I

Schon lange überlege ich mir,wie ich einige Dinge in meinem Leben grundlegend ändern kann. Sie wissen schon, die buddhistische Seite der Welt, wobei mir dieser wunderbare Satz einfällt, den ich ausgerechnet in einem Buch von D. Dietrichsen gelesen haben: "Ist das Leben langweilig geworden oder bin ich Buddhist geworden?" Aber das nur m Rande, tut eigentlich gar nichts zur Sache. Übrigens läuft in der Bar gerade "Blackbird" in der Unplugged-McCartney-Version, was irgendwie passt, nicht wahr.

Schon lange überlege ich mir also, wie ich einige Dinge in meinem Leben grundlegend ändern kann, um noch einmal darauf zurück zu kommen. Keine drastischen Maßnahmen. Ich plane nicht etwa Zigaretten holen zu gehen oder soetwas. Was mir vorschwebt ist ein Wertewandel. Ich möchte mich dieser mich umgebenden Welt gegenüber ein wenig distanzierter positionieren. Dieses Rattenrennen nicht zwingendermaßen so mitzumachen, dass man selbst dabei unter die Räder gelangt, das ist das Ziel, das dabei an erster Stelle steht. Keine alternative Lebensweise. Das Leben in der Großstadt ist mir ja eigentlich doch die beste aller Welten.
Nur eine Modifikation, wenn man so will. Ein leichtes Zurücktreten, ein tiefes Durchatmen. Einen Schluck vom Wasser des Lebens nehmen. Und das muss nicht immer Single Malt sein, es kann auch einfach mal nur Wasser sein. Kaltes, klares Wasser.

Das Leben der letzten zwanzig Jahre in dieser Zivilisation ist eng geworden. Reglementierungen leiten alle Ideen in geordnete Bahnen. Und wenn man das Gefühl hat, man müsse laut schreien, die Lungen füllen oder einen albernen Hut aufsetzen, um sich zum Affen zu machen,dann greift man zum Blog oder Spiel oder was weiß ich. Auf jeden Fall ist ein Motherboard beteiligt. Soviel steht fest. Rauchen verboten! Vielleicht geht das nicht anders. Vielleicht ist Frieden nicht anders zu haben. Frieden der Völker. Frieden der Individuen. Aber dennoch wünsche ich mir zuweilen ein wenig Freiheit für die Lungen, die Seele und ja: auch die Fäuste, wenn ich überall Sicherheitsdienste umherlaufen sehe.

Mama, ist das schon die Midlifecrisis, höre ich mich besorgt fragen. Oder bin ich Punk geworden? Nein nein, obwohl ich diese Art des Protestierens stets sehr gut verstanden habe. Schon way back when.

Ich glaube, ich brauche noch kurz mal ein Bier, bevor ich Buddhist werde oder so. Bis gleich also.

Montag, 5. Februar 2007

Februar

Ein abgerissener Tag. Abgerissene Gedanken. Abgerissene Fetzen verendeter Träume. Lähmende Gerüche in abseitigen Straßen. Auf der Zunge ein metallener Geschmack. Und selbst die Musik aus dem Lautsprecher macht nichts besser!

Sonntag, 4. Februar 2007

Trauriger Karneval

Ich weiß nicht, was mich dazu treibt hier zu schreiben. Als könnte man dadurch seine Unruhe loswerden. Als wäre das Gestammel hier ein Ersatz für ein Gedicht, eine Geschichte, einen Roman. Ich glaube, dass Bloggen die schlimmste Form der Einsamkeit darstellt. Man spielt Verstecken, verkleidet sich, aber natürlich möchte man im Grunde doch, dass jemand hinter die Maske sieht. Versteht! Ein trauriger Karneval, 52 Wochen im Jahr!

Montag, 29. Januar 2007

Vernissage

Eine Zeit lang wirkte alles normal. Es war nichts besonderes an ihr. Eine Art verkrampftes Lächeln vielleicht. Mehr nicht. Sie stand so, dass ich ihr Gesicht von der Seite sah. Das Cocktailglas in ihrer Hand war halb leer. Keine Ahnung, was sie gerade trank. Ich hatte mir ein Bier genommen. Es war Sommer und die Luft in diesem Ausstellungsraum ziemlich trocken.

Nein, sie wirkte wirklich ganz normal, bis sie diese ruckartige Bewegung machte. Wie ein Schluckauf sah das aus. Ich sah auf das Etikett meiner grünen Bierflasche und überlegte, ob mir irgendein lustiger Spruch zu einem Schluckauf einfällt. Ich wollte sie nicht anmachen. Es war nur so entsetzlich langweilig auf dieser Ausstellung und sie stand eben gerade neben mir. Natürlich sah sie süß aus und so. Hatte auch ein- oder zweimal zu mir rüber gekuckt, während Heinse eine Rede zu seinen Bildern hielt. Und jetzt hatte sie eben Schluckauf.

"Sie müssen das Glas von der falschen Seite aus leeren", wollte ich gerade sagen, was besseres fiel mir nicht ein. Da hustete sie einen Schwall Blut und sank langsam zu Boden. Wie in Zeitlupe.
Einen Augenblick lang röchelte sie noch. Aber ich stand da wie angewurzelt. Als ich mich wieder rühren konnte, zuckte sie kurz auf und blieb dann reglos. Da war nichts mehr zu machen. Während Heinse Applaus für seine launige Rede erhielt, stellte ich meine Bierflasche auf einen dieser hässlichen Metalltischchen und ging langsam zum Ausgang. Scheiß Vernissage!

Donnerstag, 25. Januar 2007

Dienstag, 23. Januar 2007

Ein Teil der Show ist echt

Ein seltsames Gefühl. So eine innere Unruhe. Nicht weit entfernt von dem, was man landläufig Aufregung nennt. Nicht weit entfernt von dem Gefühl, das man hat, wenn einem auf der Achterbahn die Schienen wegsacken und man das Gefühl hat, die Bahn, man selbst, die kreischende Menschenmasse um einen herum, fällt ungebremst in die Tiefe.

Sonntag, 14. Januar 2007

Darauf bin ich noch gar nicht gekommen! Liegt wohl daran, dass der neue Bond so schlecht ist.

Absoluter Unfug

Zu meiner Schulzeit gab es das Gerücht, dass es eine Doktorarbeit über die Masturbation mit Vorwerk-Staubsaugern und deren böse Folgen geben sollte. Natürlich ist das absoluter Unfug!

Samstag, 13. Januar 2007

Freitag, 12. Januar 2007

Gigantisch

An den Grenzen der Wahrnehmung, tief unterschnitten von den Schallwellen, Töne, die aus den Boxen geschlagen werden wie Schallwellen: Pixies, Surfer Rosa, grandioses Album, Mutrter aller Grunger, damals, vor Jahren, seinerzeit. Grandioser Krach.

An den Grenzen des Wahrnehmbaren: Lichtumrandete Schatten in der Dunkelheit. Flackerndes Blau. Ach, das ist nur das Werbeschild der Blue Bar. Keine Angst. Zurück in die Dunkelheit, die Pixies weisen den Weg.

An dieser Platte ist alles originell, neu, frisch. Eine Musik-Juanta, die mit einem Putsch die Macht in Popland übernommen hat, wenn auch nur für 5 Minuten. Denn nach Surfer Rosa und Come on Pilgrim war der Traum schon wieder aus, nahmen die Deppen wieder das Ruder in die Hand, die Langeweiler und die Doofen. Und die Pixies pissten sich gegenseitig an:
"No, no. I was talking to Kim: I said: 'You fuckin' die!'"

So, und jetzt können wir in die Bar gehen. Ich nehme dann einen Glenfiddich. Oder sechs!

Samstag, 6. Januar 2007

Kollaps eines Schreibtisch-Mittäters

Abgeraucht, weg, im Datenhimmel. Da befindet sich seit vorgestern der Inhalt meiner Festplatte C, und das heißt: Alle Programme, Progrämmchen, Einstellungen usw. sind fort. Bookmarks haben sich verabschiedet, Adressbücher sind Geschichte, viele E-Mails so, als seien sie nie geschrieben worden. Wie das passiert ist, das weiß ich nicht so genau, offenbar kommt mein Rechner langsam in die Jahre. Er muckt schon seit ein paar Monaten an vielen Ecken und läuft aufgrund seiner für heutige Verhältnisse eher bescheidenen Ausstattung schon lange am Maximum, aber dass er gar nichts mehr tat und alle Reparaturversuche sinnlos blieben, das habe ich noch nicht erlebt. Mit diesen Reparaturversuchen habe ich mir vor zwei Tagen die erste Nacht um die Ohren geschlagen. Mit der Neuinstallation bin ich seither beschäftigt. Ich wusste gar nicht, wie viele Programme, Treiber, Voreinstellungen etc. sich im Laufe von ein paar Jahren so ansammeln können. Sie alle wiederherzustellen wird Monate dauern, mindestens aber Wochen. Was ich jetzt versuche: Eine Rumpfversion wiederherzustellen, mit der ich ab Montag dann wieder einigermaßen arbeiten kann. Beunruhigend ist nur, dass ich die genaue Ursache für den Kollaps meiner Festplatte nicht kenne, will sagen: Das alles kann jederzeit wieder passieren. Nur gut, dass sich meine Daten auf einer anderen Festplatte befinden. Und die läuft bislang *panisches Klopfen auf Holz* einwandfrei!

edit (11. 1.2007): Vielen Dank für die Tipps und vor allem das Mitleid. Inzwischen laufen alle Maschinen wieder wunschgemäß. Und in Zukunft muss ich wohl wirklich mal eine externe Daten- und Programmsicherung einführen.

Mittwoch, 3. Januar 2007

Muss unser Dorf noch schöner werden?

Allen, die sich zuweilen hierher verirren, wünsche ich ein gutes neus Jahr. Noch liegt es vor uns wie ein weißes Blatt Papier, gleichzeitig aufregend und ein bisschen beängstigend.

Wie man an der Linkliste sehen kann, habe ich bei Wordpress eine Dependance eingerichtet, und zwar nicht etwa, weil ich mit dem ganzen Content nicht mehr weiß wohin, sondern weil man dort passwortgeschützte Einträge posten kann, was sich zuweilen als recht sinnvoll erweisen mag. Ansonsten ist das dort ein rechter Beutelschn äußerst gewinnorientierter Betrieb, der schon allein dafür Geld sehen möchte, dass man die Vorlage verändert.

Hier, also bei Blogger.com, hat man übrigens die Beta-Phase verlassen und insofern wird sich in der nächsten Zeit wohl auch einiges verändern. Ob zum Besseren, das wird man sehen.

Ich bin gespannt, ob sonstwas als Vorortblog von Kleinblogdorf das Jahr überleben wird und soll. Im vergangenen Jahr ist KBD immer öder und langweiliger geworden, und ich sehe nicht, wie sich das im neuen Jahr groß ändern soll. Persönliche Blogs werden häufig nur noch mit dem Bruchteil des Elans geführt, wie zu den Zeiten, als sie neu und aufregend waren, was man im Einzelnen natürlich sehr gut nachvollziehen kann; fürs Ergebnis allerdings ist das schade. Und dann sind da die vielen Blogs, die von vornherein einfach nur langweilig sind. Das betrifft übrigens bei weitem nicht nur persönliche Blogs, bei denen das okay ist: Privatvergnügen, Therapie oder was auch immer (vgl. auch hier), sondern vor allem nicht weniger groß angelegte "professionelle" Projekte, für die die Riesenmaschine nur ein Beispiel unter vielen ist. Einzig themenorientierte Blogs - und da vor allem Musikblogs - bieten zuweilen sehr Aufregendes und tragen in sich die Möglichkeiten für neue und im goetheschen Sinne des Wortes "unerhörte" Entdeckungen.