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Freitag, 6. April 2007

Blake-Song

Im Augenblick versuche ich mich an der Übertragung eines Blake-Gedichts, mit der ich nur mühsam weiterkomme. Wenn jemand einen Vorschlag hat - im Kommentar-Bereich ist reichlich Platz.

Song
My silks and fine array,
My smiles and languished air,
By love are driven away;
And mournful lean Despair
Brings me ywe to deck my grave:
Such end true lovers have.
His face is fair as heaven
When springing buds unfold;
O, why to him was't given
Whose heart is wintry cold?
His breast is love's all-worshipped tomb,
Where all love's pilgrims come.
Bring me an axe and spade,
Bring me a winding-sheet;
When I my grave have made,
Let winds and tempest beat:
Then down I'll lie, as cold as clay.
True love doth pass away!

Meine Skizze für die erste Strophe:

Lied
Mein seidenfeines Kleid,
Mein Lachen, Vornehmtun
Nahm Liebe von mir weit,
Ich steh' verzweifelt nun.
Deck mit Eiben mir mein Grab
Weil wahre Liebe elend starb!
So himmlisch scheint sein Antlitz,
Wenn Frühling knospend wallt;
Wer gab's ihm? Jeder sieht's:
Sein Herz ist eisig kalt.
Der Liebe Tod ist seine Brust Altar,
Und Liebespilger ziehen hin allda.
Bring Schaufel mir und Beil,
bring her ein Leinentuch;
Sucht' ich im Grab mein Heil
Send' Stürme her als Fluch.
Ich leg mich hin, so kalt wie Lehm,
Und wahre Liebe werd' ich nie mehr seh'n.

Weit davon entfernt in irgendeiner Weise dem Original zu entsprechen, hatte ich mir diese kleine Übung gestern auferlegt.

[Google übersetzt übrigens:
Meine Seide- und Geldstrafenreihe,
Mein Lächeln und geschmachtete Luft,
Durch Liebe werden weg gefahren;
Und traurige magere Verzweiflung
Holt mir Eibe, mein Grab zu schmücken:
So beenden zutreffende Geliebte haben.
Sein Gesicht ist als Himmel angemessen
Wenn Sie Knospen entspringen, ausbreiten;
O, warum zu ihm was't gegeben
Wer Herz ist wintry Kälte?
Seine Brust ist all-angebetetes Grab der Liebe,
Wo Pilgrims aller Liebe kommen.
Mir eine Axt und einen Spaten holen,
Mir ein Wicklungblatt holen;
Wenn I, das mein Grab gebildet haben,
Winde und Tempest schlagen lassen:
Dann hinunter liege mich, so Kälte wie Lehm.
Zutreffender Liebe doth Durchlauf weg!]

Montag, 29. Januar 2007

Vernissage

Eine Zeit lang wirkte alles normal. Es war nichts besonderes an ihr. Eine Art verkrampftes Lächeln vielleicht. Mehr nicht. Sie stand so, dass ich ihr Gesicht von der Seite sah. Das Cocktailglas in ihrer Hand war halb leer. Keine Ahnung, was sie gerade trank. Ich hatte mir ein Bier genommen. Es war Sommer und die Luft in diesem Ausstellungsraum ziemlich trocken.

Nein, sie wirkte wirklich ganz normal, bis sie diese ruckartige Bewegung machte. Wie ein Schluckauf sah das aus. Ich sah auf das Etikett meiner grünen Bierflasche und überlegte, ob mir irgendein lustiger Spruch zu einem Schluckauf einfällt. Ich wollte sie nicht anmachen. Es war nur so entsetzlich langweilig auf dieser Ausstellung und sie stand eben gerade neben mir. Natürlich sah sie süß aus und so. Hatte auch ein- oder zweimal zu mir rüber gekuckt, während Heinse eine Rede zu seinen Bildern hielt. Und jetzt hatte sie eben Schluckauf.

"Sie müssen das Glas von der falschen Seite aus leeren", wollte ich gerade sagen, was besseres fiel mir nicht ein. Da hustete sie einen Schwall Blut und sank langsam zu Boden. Wie in Zeitlupe.
Einen Augenblick lang röchelte sie noch. Aber ich stand da wie angewurzelt. Als ich mich wieder rühren konnte, zuckte sie kurz auf und blieb dann reglos. Da war nichts mehr zu machen. Während Heinse Applaus für seine launige Rede erhielt, stellte ich meine Bierflasche auf einen dieser hässlichen Metalltischchen und ging langsam zum Ausgang. Scheiß Vernissage!