Freitag, 1. Juli 2005
Freitag, 10. Juni 2005
Paris - ein Fest fürs Leben
Den Eiffelturm, jenes phallische Gebilde aus Zeiten unbegrenzter Technikgläubigkeit, fand ich übrigens sehr beeindruckend, zumal ich ihn soweit wie möglich zu Fuß bestiegen habe (ganz oben geht es ja dann nur noch mit Aufzug!).
Abseits des touristischen Trubels aber ist Paris wirklich schön, dort nämlich, wo die Stadt in den Händen ihrer Einwohner liegt. Was auffällig ist, sind die vielen Kinder auf den Straßen, in den Parks: überall. Dagegen wirkt Deutschland schon jetzt ziemlich vergreist.
Dienstag, 7. Juni 2005
Thalysmann
Wie auch immer: Inzwischen bin ich nicht nur aus der Schule heraus, sondern auch die französische Popmusik ist etwas besser geworden. Und selbst den einen oder anderen französischen Film kann man sich heutzutage ansehen. Natürlich gibt es da noch immer eine Menge Bullshit, aber es ist eindeutig Licht, was da am Ende des Tunnels zu sehen ist, und nicht die bekannte Panoramatapete.
Dermaßen versöhnt also mit der Kultur der Großen Nation setzte ich mich in Köln in diesen Thalys, der von außen ein beeindruckendes Beispiel franzsöscher Ingeneurskunst ist. Innen ist er ein wenig unbequem, aber man braucht ja auch nur knapp vier Stunden bis Paris.
Schließlich ruckelte der Zug an. Die Kölnisch-Wasser-Reklame verflüchtigte sich im Osten, und nahezu lautlos schlängelte der Thalys sich aus Köln heraus. Natürlich fuhr er im Schritttempo, denn das machen Züge ja, wenn die sich in geschlossenen Ortschaften bewegen. Doch auch als der Zug aus Köln heraus war, beschleunigte er nicht sonderlich nennenswert. Er kroch nach Aachen, wand sich nach Lüttich, schnarchte nach Brüssel hinein.
"Na toll!" dachte ich, während mir die Beine einschliefen.
Schließlich stand der schnelle Zug in Brüssel. Dort war ich mal gestrandet, als ich von London per Anhalter nach Hause gefahren war. Das war zu meiner Oberstufenzeit gewesen, und seither waren meine Erinnerungen an die europäische Verwaltungsmetropole eher getrübter Natur.
Als der Thalys aber Brüssel Süd endlich hinter sich gelassen hatte, beschleunigte er schließlich, als gäbe es kein Morgen. Ruhig und sachte glitt er in einem Affenzahn über die Gleise, und links und rechts wischte die nordfranzösische Landschaft vorbei. Ein toller Zug. Nur ein bisschen eng.
Eben noch waren die letzten Häuser Brüssels zu sehen gewesen, da fuhr der Thalys auch schon im Pariser Nordbahnhof ein. Dort waren es - nicht zuletzt dank der hervorragenden Klimaanlage des Thalys - gefühlte 50 Grad, und die Sonne prasselte von einem ungetrübten Himmel hernieder auf die Stadt der Liebe, als sei sie die Kulisse zu einem Italo-Western. In französischen Filmen regnet es ja meist, deshalb war das für mich ein eher ungewöhnliches Bild. Aber der Bahnhof machte einen netten Eindruck, die Stadt roch nach Großstadt und begrüße mich freundlich.
Was ich hingegen in Paris erlebt habe und wie ich die Abstimmung zur europäischen Verfassung beeinflusst habe, davon will ich ein andernmal berichten. Vielleicht.
Samstag, 21. Mai 2005
Der Stock
1. Du steckst in der Welt von Fahrenheit 451, welches Buch möchtest Du sein?'
Wahrscheinlich das Drehbuch dieser Wandfunk-Soaps. Dann wäre ich auf der sicheren Seite.
2. Warst du je in eine Figur aus einem Buch verknallt?
Klar, und nicht nur einmal! Das allererste Mal galt all mein Sehnen Pippi Langstrumpf. (Zu der Zeit bekam ich meine Bücher noch vorgelesen.) Ich mochte das Mädchen, das auf alles eine Antwort wusste und einen auch mal raushauen konnte, wenn es brenzlig wurde. Als ich dann Inger Nilson kurze Zeit später als filmische Verkörperung Pippi Langstrumpfs im Fernsehen sah, war mir das übrigens auch sehr recht!
3. Welches Buch hast du zuletzt gekauft?
Lars Saabye Christensen: Waterloo. - Offenbar habe ich gerade meine skandinavische Phase.
4. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Friedrich Schiller: Sämtliche Gedichte und Balladen.
5. Welches Buch liest du gerade?
Thomas Brussig: Wie es leuchtet. Kann ich aber noch nicht allzu viel zu sagen, weil ich erst auf den ersten Seiten bin.
6. Welche fünf Bücher nähmst du mit auf eine einsame Insel?
James Joyce: Ulysses.
Die Bibel.
J.D. Salinger: Franny und Zooey (Da hat Herr Kid äußerst klug gewählt. Und mit meinem Lieblingszitat: "Ich hasse diesen Regen. Manchmal sehe ich mich tot in diesem Regen liegen", erfreue ich seit Ewigkeiten mein soziales Umfeld. Habe ich schon erwähnt, dass ich in einer regenreichen Stadt residiere?)
Thomas Mann: Dr. Faustus.
J.W. Goethe: Gedichte ...
... und natürlich noch tausend andere. Aber das ist die Wahl des Augenblicks. Und die sieht morgen schon wieder anders aus.
So, und wohin jetzt mit dem Stäbchen? Ist noch jemand ohne?
Mittwoch, 11. Mai 2005
Kunstfrüherziehung
Seither denke ich darüber nach, welchen postmodernen Kunstbegriff die Erzieherinnen den Kleinen vermitteln.
Montag, 25. April 2005
Keine Gans gestohlen ...
hatte Dr. Erika Fuchs, wohl aber Entenhausen auf Vordermann gebracht. Nun, da sie in gesegnetem Alter gestorben ist, will ich mich outen: Ich mochte als Kind keine Comics. Okay, ich habe sie ab und zu gelesen, wenn nichts anderes da war, aber begeistert haben sie mich selten. Auch die Donald-Duck-Dinger nicht. Für mich verbreiteten Disney-Comics im Allgemeinen so einen leichten Mief - Spießigkeit könnte man es wohl nennen.
Dass die Übertragungen Dr. Fuchs' kleine Meisterwerke waren, sah ich später und nahm es zur Kenntnis. Dass inzwischen allerdings Zeitungsredaktionen von Donaldisten durchsetzt sind und Kulturpreisträger ihr vermeintliches Sprachtalent Erika Fuchs zu verdanken meinen, halte ich für albern. Auch wenn ich weiß, dass ich mich damit von großen Teilen meiner Generation unterscheide.
Nur das Kraftei, das fand ich damals schön und wollte es gerne nachbauen. Ich stand kurz vor meinem Durchbruch als Ingenieur!
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Mittwoch, 20. April 2005
Benedikt XVI
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Dienstag, 19. April 2005
Go-Betweens: Bright Yellow Bright Orange
Die Überschrift für das Bild aus Malta stammt von Locas in Love, von denen man hier wunderbare Stücke herunterladen kann (via mp3.de). Eins davon heißt "Die Katastrophe erreicht Mühlacker", und obwohl ich nicht weiß, wo Mühlacker liegt, kriege ich dieses Stück seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Und Mühlacker ist ja irgendwie sowieso nur eine Metapher, oder?!
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Samstag, 19. März 2005
Donnerstag, 17. März 2005
Flatterndes blaues Band
Hi everybody. Ein kurzes Lebenszeichen von jenseits des Winters: Endlich geschafft! Wurde allerdings auch Zeit. Die angekündigten Fotografien kommen bald. Und einige letzte Wahrheiten über Musik sollen sich auch bald hier finden. Bis dahin, und wie man etwa 100 Kilometer westlich von hier sagt: tot ziens!
Freitag, 25. Februar 2005
No Tears For The Creatures of the Web
Es ist wieder einmal Freitag Nachmittag, und erneut teile ich mir das Gebäude mit dem Reinigungs-Kommando, denn ich muss noch etwa 1000 Seiten ausdrucken, und das mit einem Drucker, der die einzelnen Seiten sorgfältig zu malen scheint. In solchen Augenblicken, in denen man mit niemandem reden kann als mit seinem lahmen Drucker, ist so ein Weblog natürlich schon eine feine Sache. Dennoch habe ich mir vorgenommen hier nun wieder ein wenig kürzer zu treten. Das Webloggen kostet einfach viel zu viel Zeit, denn wenn die Sache einmal läuft, gewinnt sie eine solche Eigendynamik, dass man fast jeden Tag damit beschäftigt ist, und sei es auch nur gedanklich. Irgendwann ist man dann schließlich soweit, dass man die Welt nur noch in blog-gerechten Einheiten wahrnimmt: ???Wie kann ich, was ich sehe und erlebe, in mein Weblog einbinden?“
Blogs sind in der Tat eine hervorragende Art und Weise sich von anderen Dingen abzulenken, abzutauchen in eine Parallelwelt, die selbst wenig von sich preisgeben möchte aber so viel wie möglich erfahren will. Denn das ist das ganze Geheimnis: Die Selbststilisierung im Blog schützt vor Angriffen von Außen. Schließlich ist der Stubenhocker ja keine reale Person, sondern ein Konstrukt, hinter der sich eine reale Person verbirgt. Der Stubenhocker ist ein Kunstprodukt wie alle anderen Ichs in den Blogs dieser virtuellen Welt: Mal näher dran am Autor des Blogs, mal meilenweit von ihm oder ihr entfernt, aber immer ein Kunstprodukt.
Natürlich ist diese Möglichkeit der Stilisierung sehr verlockend, da sie ja im öffentlichen Raum und also vor Publikum stattfindet. die berühmten 15 Minuten sozusagen. Außerdem ist man auch ein kleines bisschen der Dichter oder Regisseur oder Mini-Gott seines eigenen stilisierten Weblog-Ichs, das gibt natürlich noch einmal einen zusätzlichen Thrill.
Aber dieser Thrill kann eben allzu leicht ein das Leben zu sehr beherrschender werden. Und bevor das mit mir und meinem kleinen Mini-Blog hier auch geschieht, drossle ich also das Tempo erst einmal.
Nein nein, das hier ist kein Abschied, zumindest kein totaler. Der Stubenhocker muss sich halt nur ein bisschen selbstverwirklichen – außerhalb des Internets. Aber wann immer ich irgendwo ein schönes Foto finde, dann werde ich es hier veröffentlichen – dafür lege ich sogar noch eine neue Abteilung an! Und wann immer ich in die Verlegenheit komme 1000 Seiten auszudrucken, werdet ihr mich wieder hier finden. In der Zwischenzeit aber bin ich anderswo.
Machts gut, ihr zwei, drei treuen Leser. Bis irgendwann mal ... Ciao!
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Dienstag, 22. Februar 2005
Stream On
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Freitag, 18. Februar 2005
Eine Art Winter
Endlich Freitag. Die Büros auf dem Flur verwaisen allmählich, die Reinigungsfirmen schicken ihre Kommandos durch die Gänge. Ein bisschen komme ich mir vor wie Bertolt Brecht beim Radwechel. Aber das mag daran liegen, dass ich den Winter und alles, was irgendwie damit zu tun hat, satt habe. Und zwar gründlich. Der Winter kommt mir jetzt so schmierig und schal vor, wie ein alter, ranzig riechender Mantel. Ich würde ihn gern irgendwo liegen lassen, in der U-Bahn oder bei einer schönen Frau, die man nie mehr wieder sieht. Das Kommando kommt näher. Und ich begebe mich hinaus in den schmierigen Winter ...
Ursprünglich bei Stubenhocker (blog-it.de)Montag, 14. Februar 2005
Leute, die dauernd unterwegs sind
Leute, die dauernd unterwegs sind, sind dem Stubenhocker natürlich von Natur aus nicht ganz geheuer. Das größte Unglück der Menschen, und davon bin ich um meines Namens willen zutiefst überzeugt, stammt ja sowieso daher, dass der Mensch nicht in Ruhe zu Hause sitzen kann. Keine Ahnung, von wem dieses Zitat stammt, aber ich glaube, der Urheber kam aus Frankreich. Wie auch immer, da habe ich mich im Netz umgetan und festgestellt, dass es neben mir noch weitere Stubenhocker in der Welt der Weblogs gibt. Na gut, so originell wie ich dachte ist der Name also doch nicht. Interessant ist aber: Die anderen Stubenhocker scheinen alle ausgegangen zu sein. Der hier zum Besipiel: Seit August nicht mehr zu Hause gewesen! Aber geben wir es offenherzig zu: Eigentlich kann es ja auch nur einen geben! Lass die anderen ruhig durch die Weltgeschichte laufen, ich bleibe und schreibe.
Ussprünglich bei Stubenhocker (blog-it.de)

