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Donnerstag, 11. Juni 2015

Tell Me Are You Receiving Me?

The Subterraneans

Da meine Laufstrecke teilweise unterirdisch verläuft, pflegte der GPS-Tracker, mittels dessen Hilfe ich meine atemberaubende Geschwindigkeit zu messen in der Lage bin, das Interesse an der Strecke zu verlieren. Wenn du so lange abseits der Satelliten dich herumtreibst, so schien das kleine Gerät mir sagen zu wollen, wie soll ich dann die Entfernung und Geschwindigkeit deiner behenden Schritte messen? Bildest du dir etwa ein, ich sei ein ordinärer Schrittzähler, so wie es ihn früher einmal bei Tchibo zu kaufen gab, jener Kaffeerösterkette, die neben dem Kerngeschäft-Kaffee auch ein gerüttelt Maß an Nippes verkauft? Nein, nein, mein Freund!

Zwar war ich mir sicher, mein Gerät hatte das eine oder andere Wort seines imaginierten Monologs aus irgendwelchen dubiosen Textquellen übernommen, und schon wollte ich es Helene nennen, da fiel es mir ein, doch einmal in das Einstellungsmenü der kleinen Hegemann zu schauen. Und richtig: Hier auch lag des Rätsels Lösung. Es gibt nämlich die Möglichkeit mittels einer Einstellung festzulegen, wie lange das Gerät aushalten kann, ohne mit den Satelliten zu kommunizieren und - jetzt brat mir einer einen Storch - dabei trotzdem die Streckenmessung forzuführen. 

Jetzt schrecken Helene und mich auch keine langen unterirdischen Strecken mehr und ich freue mich schon auf unsere nächste Reise durch die Dunkelheit. Wir - the Subterraneans!

Sonntag, 2. Mai 2010

Verloren ist daz slüzzelîn

War das eine Woche: Lauter Schlüsselerlebnisse! Das erste dieser Art passierte mir Dienstag. Gegen 19 Uhr, ich war gerade zu Hause, dachte ich mir, es sei doch ein vortreffliches Wetter, um ein bisschen Sport zu machen und am Neckar entlangzulaufen. Ziehe mich also um und die Tür hinter mir zu. Den Schlüssel habe ich ja in der Tasche meines sportlichen Outfits. Schnell noch mal nachgeschaut - Kontrollfreak, der ich bin. Und: Scheiße! Was da in meiner Tasche liegt, ist mein Büroschlüssel.

Nun folgt heftiges Telefonieren mit Vermietrerin, Hausmeister (nicht da!) und so weiter. Sieht aus, als würde es eine peinliche Nacht irgendwo in den Straßen von H2 in Laufhosen und einem tollen "Kreative Köpfe aus Wuppertal"-T-Shirt verleben. Über den Bergen dräut unterdessen schon die Finsternis. Zum Glück kommt ein Nachbar daher und bringt es fertig, mit Hilfe eines Autos, eines Teloskobesenstiels und meines gekippten Fensters Letztgenanntes ganz zu öffnen, so dass ich hineinklettern kann, um den erlösenden Schlüssel zu holen. Und gelaufen bin ich dann auch noch, wenngleich durch völlige Finsternis.

Samstag dann in H1. Erster Mai. Und dann, nachts vor der Tür, stehen wir selbdritt. Nach einer Weile stellt sich heraus, dass keiner einen Schlüssel dabei hat! Ich hab meinen in H2 liegen gelassen. Und die beiden Mitbewohnerinnen haben grundsätzlich sowieso nie Schlüssel dabei. Ist uncool. Nicht schon wieder, denke ich.

Im ganzen Haus ist natürlich niemand. Alles tanzt. Vor meinem geistigen Auge, wo auch alles tanzt, lege ich große Euroscheine auf den Rezeptionstisch eines Hotels, "bitte, nur eine Nacht" flehend. Weißes Kreuz auf blauem Grund und blaueweiße Striche: Interessante Flagge dort hinter dem Nachtportier.

Schließlich aber verbringen wir die Nacht bei meinem Bruder, der uns freundlicherweise Herberge gibt. Und morgens kriegen wir sogar ein grandioses Frühstück gemacht.

Für die nächsten zehn Jahre habe ich jetzt aber trotzdem erst einmal genug von verschlossenen Türen und fehlenden Schlüsseln.

Samstag, 8. November 2008

Herbstliche Impression II

Dieser Blick eröffnete sich mir beim Waldlauf, wie man das früher so schön klar nannte. Heute bin ich den ersten Tag wieder einigermaßen fit. Was am Wetter liegen mag. Und am Wochenende. Obwohl ich das weitgehend durcharbeiten muss. Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen anderen Job brauche: besser bezahlt und unbefristetet?